Größeres Herzogtum Morgau, Doresh und Krakovar
Symbol



Links (Doresh) ein goldener Eberkopf auf dunkelgrünem Feld; Mitte (Morgau): eine rote Krone auf schwarzem Feld; Rechts (Krakovar): grünes und silbernes Feld, geteilt
Herrscher
König Lucan (RN Vampir-Kämpfer, Stufe 9 [Kriegervampir])
Provinzherrscher
- Thurso Drachensohn, Herzog von Morgau, Meister der Schwarzen Hügel, Beschützer des Blutschreins, Anwärter für die Zwillingsthrone (RB Vampir-Magier, Stufe 12 [zaubernder Vampir])
- Lord Fandorin, Baron von Doresh, Feenfürst der Grisal-Marschen (RB Vampir-Magier, Stufe 16 [zaubernder Vampir])
- Lady Mihaela, Baronin von Doresh, Bleiche Herrin von Fandorin (RB Vampir-Zauberin, Stufe 9 [Vampir-Hexenmeister])
- Fürstin Hristina, Protektorin und Herzogin von Krakovar, Großmarschallin der Geisterritter (RB Vampir-Kämpferin, Stufe 14 [Kriegervampir])
Wichtige Adelige:
- Baron Urslav, der Kriechende Fürst von Vallanoria, Hüter der Roten Schwestern (RB Vampir-Schurke, Stufe 8 [Vampir])
- Oberbürgermeister Rodyan, der Gierschlund von Hengksburg (RB Vampir-Magier, Stufe 12 [zaubernder Vampir])
- Herzogin Urzana Dolingen von Morgau (RB Vampir-Magierin, Stufe 13 [zaubernder Vampir])
Militärische Anführer
- Lady Darvulia, Voivodina von Wolkenwall, Hüterin des Unterirdischen Tors (RB Vampir-Kämpferin, Stufe 13 [Kriegervampir])
- Komtur Orkov von den Geisterrittern (RB Geisterritter-Kämpferin, Stufe 10 [Geisterritter])
- Komtur Baleneus von den Geisterrittern (RB Vampir-Kämpfer, Stufe 11 [Kriegervampir])
Blutschwestern
- Hohepriesterin Lileshka vom Kelch (RB menschliche Klerikerin, Stufe 15 [Marena])
- Mutter Äbtissin Calle von der Wiege, Tochter von Marenas Brut (RB menschliche Klerikerin, Stufe 13 [Marena])
- Blutpriesterin Sonye vom Speer (RB menschliche Klerikerin, Stufe 10 [Marena])
- Schwester Alkava (RB menschliche Klerikerin, Stufe 7 [Marena])
Wichtige Persönlichkeiten
- Gospodar Xanthus der Ausweider (CB menschlicher Kleriker 9 / Schurke 3 [Chernobog])
- Zrobaishalil (CB uralter weiblicher weißer Drache)
- der Dunkle Wirt oder Blutfürst (CB männlicher Umbra-Vampir)
Bevölkerung
4.356.000 (3.990.000 Menschen, 35.000 Skelette, 10.000 Darakhul, 9.000 Ghule, 2.800 Vampire [Leichentuchfresser], 1.500 andere Untote, 1.000 Zwerge; 3.000 Oger, 2.700 Zentauren, 10 Drachen)
Imperiale Hauptstadt
Bratislor, Bevölkerung 9.900
Provinzhauptstädte
Krakova, Bevölkerung 28.000; Fandorinfeste
Städte
- Varshava, Bevölkerung 31.000
- Gybick, Bevölkerung 19.000
- Hengksburg, Bevölkerung 12.800
- Lodezig, Bevölkerung 8.000
- Wallenbirg, Bevölkerung 7.000
- Vallanoria, Bevölkerung 6.700
Burgen
- Bratis
- Bruvik
- Engerstal
- Langrone
- Lengrove
- Valach
- Grüne Turm
- Heiderberg
- Tannenbirg
- Yarosbirg (zerstört)
Wichtige Tempel
- Cantri-Abtei
- Tempel der Aprostala,
- Tempel der Geißelnden Göttin
- Blutkathedrale der Mareana (im Bau)
Große Götter
- Marena
- Mavros
- Vardesain
- St. Charon (Charun)
- der Jäger
- Chernobog
- in Krakovar
- Marena
- Vardesain,
- Perun
- Svarog (Volund)
- Yarila
- Porevit
Handelswaren
- Nekromantische Waren
- Holz (Kiefer, Eiche, Ahorn, Buche, Eibe)
- Felle
- Requiem und andere Drogen
- Platin
- Zinn
- Bernstein
- Pferde
- Wolle
- Äpfel
- Honig
Das berüchtigte Blutkönigreich von Morgau ist seit Jahrhunderten eine düstere, bedrohliche Präsenz nördlich des Margreve-Waldes und der Freien Stadt Zobeck. Das Größere Herzogtum Morgau – um den richtigen Namen zu verwenden – besteht aus den beiden Fürstentümern Morgau und Doresh und einer dritten Provinz, Krakovar, das aus den eroberten Ländern des ehemaligen Wahlkönigreichs Krakova im Norden besteht.
Morgau ist ein düsteres Land aus nebelverhangenen Bergen, steilen Schluchten und dunklen Wäldern, das von Vampiren, Ghulen und anderen intelligenten Untoten regiert wird. Ihre kalten Hände kontrollieren ein Albtraumreich, in dem die Bauern ohne Hoffnung oder Zuflucht leiden.
Das Königreich wird von allen Seiten von Feinden belagert – brutale Schlächterzwerge im Norden (auch die direkt vor der Schwelle in der Wolfsmark), das Großherzogtum Dornig im Nordwesten, die Rothenische Ebene im Osten, die Eisenklippenkantone im Südwesten und Zobeck im Süden. Die Liste der Feinde des Größeren Herzogtums umfassen auch Großmutter Baba Jaga, die Töchter von Perun und die verstoßene ehemalige Königin von Krakova. Die Vampire könnten sich einzeln ohne allzu große Schwierigkeiten um jeden dieser Feinde kümmern, doch das vereinte Bündnis gegen die untoten Adeli
gen lässt sie vorsichtiger agieren, die Pässe halten, wenn sie müssen, und das Tiefland mit Feuer und Schwert überfallen, wenn sie können. Morgau erweckt besonderen Hass für seine Tendenz, Winterkriege zu führen und bei Nacht zu kämpfen, beides Bedingungen, die seine untoten Soldaten bevorzugen und das Leben seiner Feinde schwer machen. Diese Feinde erwidern den Gefallen im Tageslicht, wenn sich die vampirischen Offiziere ausruhen und die Ghul-Weibel die sengende Sonne meiden.
Die Kriege bleiben weitgehend klein: Es geht darum, ein Dorf für eine Jahreszeit zu halten, einen Friedhof zu schänden, um neue Soldaten auszuheben, Ernten zu vernichten oder das Kind eines Feindes in einen Ghul oder eine Vampirbrut zu verwandeln. Das Größere Herzogtum Morgau will keine Freunde machen, nur seine Nachbarn terrorisieren und sie davon abhalten, ihre untote Überlegenheit anzuzweifeln. Gleichermaßen wichtig ist, dass Überfälle und Krieg die Nachbarn des Königreichs daran hindern, die Saat der Rebellion unter den Lebenden zu verbreiten, die unter dem untoten Adel leiden. Die Bauern von Morgau sind ruhelos und furchterfüllt und sehnen sich danach, ihre Meister zu stürzen. Trotz ihrer nicht anzuzweifelnden Waffenstärke ist der eine Krieg, den die untoten Adeligen niemals gewinnen können, der um die Herzen ihres Volks.
Die meisten Leute, die bei klarem Verstand sind, erkennen an, dass es der Preis der Zivilisation ist, Steuern zu erheben und Gesetze zu vollstrecken, was jede Herrscherklasse in gewisser Hinsicht zu Blutsaugern macht. Aber lebende Kreaturen außerhalb des Blutkönigreichs glauben, dass die Gier der untoten Aristokratie nach dem warmen Blut und den kalten Leichen ihrer Untergebenen jeden vernünftigen Standard übersteigt. Einige Bürger glauben, dass die Meisterschaft ihrer untoten Gebieter über Tod und Dunkelheit ein ruhmreicher Anfang ist, doch die meisten lebenden Personen begreifen, dass Morgau ein Ort des Leids ist. Sie gehorchen ihren Meistern und kämpfen in ihren Armeen, allerdings allein aus Frucht und nicht aus Patriotismus, da alles andere zu Strafen gegen ihre Familien oder Zwangsrekrutierung in der „Knochenkompanie“ führt.
Als Folge wird die Armee von ihren Offizieren angeführt und ihr Erfolg kommt von ihren untoten Truppen und grausigen Darakhul-Söldnern. Die Darakhul sind die wahren Ghule, die in ihrem Land unter der Erde leben; sie sind vollkommen böse und gehören zu den besten Truppen, die das Größere Herzogtum ins Feld führen kann. Große Siege in der Schlacht sind allerdings für die Wünsche der vampirischen Adeligen von sekundärer Bedeutung. Sie sind klug genug, sich zusammenzutun und die besten Truppen ins Feld zu schicken, wenn sich eine wahre Bedrohung zeigt. Alles andere – die Überfälle, der ständige Trommelschlag des Krieges, die geraubten Sklaven – dienen dazu, die Grenze unbeständig zu halten und ihre Nachbarn aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Leben unter vampirischer Herrschaft
Im Blutkönigreich von Morgau bewegen sich Vampire offen und herrschen stolz. Verkommenheit, Dekadenz und die Anbetung dunkler Götter sind allgegenwärtig. Hier sind die Lebenden wenig mehr als Besitz, der ausgesaugt und weggeworfen werden kann, wie es die Vampire für passend erachten.
Viele lebenden Sklaven sehnen sich danach, dass ihr Meister ihnen das Blut aussaugt, damit sie der „Qual der Lebenden“ entkommen und soziales Ansehen als Vampire erlangen können. Manchmal gewähren vampirische Meister eine solche Belohnung. Ein neuer Vampir lebt unter dem Kommando des Vampirs, der ihn erschaffen hat, und ist versklavt, bis sein Er-
schaffer zerstört wird. Jeder versklavte Vampir kann eigene Vampire erschaffen und versklaven, was eine Pyramide der Kontrolle mit dem Meister mit freiem Willen an der Spitze hervorbringt, bekannt als der Baum der Ketten. Ein intelligenter Sklave macht Pläne dafür, ehe er seinen Todesbiss empfängt, zum Beispiel indem er Meuchelmörder (oder wohltätige Helden) anheuert, um seinen Erschaffer danach zu töten. Dies befreit den zum Vampir gewordenen Sklaven von seiner geistigen Knechtschaft am Baum der Ketten.
Das Blutkönigreich veranstaltet oft Jagden in seinen Hügeln und Wäldern sowie Gladiatorenkämpfe in den Städten. Während dieser Spektakel messen sich lebende Kämpfer miteinander und Vampire jubeln und geifern wegen des Blutes, das in die Tribünen spritzt. Dieses Vorspiel dauert stundenlang an, ehe es damit endet, dass ein Vampir den Gewinner aussaugt und der glückliche Sieger in die Herrscherklasse aufsteigt.
Einmal im Jahr verlangt die Tradition, dass ein alter Vampir den Gewinner befreit anstatt ihn zu töten. Ein arkanes Tabu kennzeichnet diesen Helden und schenkt ihm ewige Freiheit vor der Ausbeutung der Vampire. Eine dieser glücklichen Seelen, ein Kämpfer namens Emmon Trond, ist vor kurzer Zeit in die Freie Stadt Zobeck ausgewandert, wo er in einer Gladiatorenarena kämpft, die Grube des Wilden Luchses genannt wird und sich unter dem Kobold-Ghetto befindet (siehe Seite 59).
König Lucan
Durch die Übernahme einer dritten Provinz hat sich Lucan, Fürst der Leichentuchfresser, zum König des Größeren Herzogtums Morgau erklärt.
Sein Muster der Eroberungen und Uspuration ist bekannt. Kurz nachdem der im Rubindespotat geborene Lucan vor rund 300 Jahren im Fürstentum Morgau auftauchte, wurde er die rechte Hand (und möglicherweise der Geliebte) des herrschenden Fürsten. Kurz danach wurden die Priester von Lada, der Goldenen Göttin, krank und starben. Dann flohen die Priester der Grünen Götter in die Wälder, wo sie zur Strecke gebracht wurden, und der Fürst des Landes verschwand. Später wurden viele der Adeligen nächtliche Diener ihres neuen Fürsten. Innerhalb eines Jahres nach seiner Ankunft hatte Lucan die vollständige Kontrolle über die Fürstentümer Morgau und Doresh übernommen und jeder, der wissen wollte, wo sich der alte Fürst aufhielt, wurde in die unattraktivsten Lehen verstoßen und erhielt die anstrengendsten oder teuersten Aufgaben.
Adelige des Blutkönigreichs
Die Ketten des Blutes und der Lehnstreue in Morgau sind schwer und werden mit eiserner Hand gehalten. An der Spitze steht König Lucan, zusammen mit verschiedenen Fürsten, Fürstinnen, Herzögen und Herzoginnen. Dies sind Lucans Favoriten, sein vampirischer Adel, den er selbst direkt erschaffen hat. Unter ihnen stehen die Grafen und Gräfinnen, vor allem Vampire, die weniger mächtig sind als die Herrscher selbst. Sie besitzen große Territorien oder mächtige Klöster. Unter ihnen stehen die Generäle oder Gouverneure, die Voivode oder Voivodina genannt werden, die Truppen befehligen oder ein kleineres Lehen regieren.
Unter den Gräfen und Voivoden stehen die niederen Adeligen, die in die Vor und Voyra (wörtlich „Blutdiebe“ oder „Räuber“, doch mit der Bedeutung eines adeligen Vampirs verwendet), die Barone sowie die Gospodar und Gospoda (Fürst und Fürstin) unterteilt werden. Auch wenn man sich mit keinem der Adeligen anlegen sollte, sind einige von ihnen Darakhul oder sogar einflussreiche Menschen.
Unter diesen stehen verschiedene Positionen mit unterschiedlichem Ansehen. Eine rote Priesterin wird oft Chelnik genannt (ein Titel, der auch Richterin und Henkerin bedeutet) und ein junger untoter Adeliger könnte als Stavilac bezeichnet werden (Stallknecht, Knappe und Mundschenk). Ein Stavilac könnte auch in einigen Fällen ein untoter Liebhaber eines mächtigeren Adeligen sein.
Zu guter Letzt bedeutet der Begriff „Sevast“ einfach alt oder ehrwürdig und zeigt großen Respekt, einen hohen Stand voller Ehre und Würde. Er wird fast ausschließlich von Menschen verwendet, um untote Herrscher und Adelige zu bezeichnen.
Die rote Göttin
Nach Lucans Thronraub breitete sich die Anbetung der Roten Göttin Marena in den Fürstentümern aus. Alle Adeligen begannen sie zu verehren, doch einige behielten ihre Achtung vor St. Charon oder dem Ehemann der Roten Göttin Mavros, dem Kriegsgott. Im Laufe der Zeit begannen auch die einfachen Leute sich ihr zuzuwenden, egal ob sie sie in ihrer Form als Göttin des Todes fürchteten oder sie in ihrer Funktion als Göttin der Lust und Fruchtbarkeit begehrten oder respektierten.
Die Städte und Dörfer des Größeren Herzogtums sind jetzt der Roten Göttin gewidmet und alle anderen Götter nehmen nur noch einen zweiten Rang ein. Ihre Anbetung findet häufig und öffentlich statt; Opfergaben sind laut und dreckig. Jedes Dorf, egal wie groß, enthält mindestens einen kleinen blutbefleckten Altarstein und ihr Name wird bei jeder Geburt, Beerdigung und Schlacht angerufen.
Marenas Haupttempel sind unter anderem der Tempel der Geißelnden Göttin in Vallanoria, wo Marenas Kult des Gemetzels Tod und Chaos anbetet, die Cantri-Abtei in den Wolkenwallbergen, wo die matronenhafte Mutter Äbtissin Calle schwangere Frauen beschützt, und der Tempel der Aprostala am Rand des Schreiterwalds, wo der Altar vom Blut täglicher Opfer rot überläuft. In diesen Tempeln leben Marenas größte Fanatiker, die Flagellanten der Roten Göttin, auch bekannt als Orden der Rosigen Erlösung.
Orden der körperlosen Ritter (Geisterritter)
Die Geisterritter von Morgau haben interessante Ursprünge. Viele von ihnen waren lebende Kreaturen, die sich, um aufzusteigen, dazu entschieden haben, sich den Reihen der Untoten anzuschließen. Die Ritter treten als lebende Männer und Frauen in den Orden ein und schwören, einem Vampir, Darakhul-Nekromanten oder einer Priesterin der Marena zu dienen. Wenn sie für fünf oder zehn Jahre gut dienen, könnten sie als Fußsoldaten bei den Geisterrittern in die Reihen der Untoten „befördert“ werden, was ungefähr dem Rang eines Knappen anderswo entspricht. Wenn sie weiterhin gute Dienste erbringen und den Übergang durch das Ghulfieber oder den Vampirbiss ohne unangebrachten Wahnsinn oder Blutrausch überstehen, können sie langsam durch die Ränge des Ordens des Roten Schilds aufsteigen. Diese Ränge sind Initiierte(r) Bruder/Schwester, Ehrliche(r) Bruder/ Schwester, Waffenknecht, Waffenhauptmann, Waffengeneral, Kommandeur und Großmarschall.
Geisterritter erhalten hervorragende Ausrüstung, darunter normalerweise ein graugeflecktes oder weißes Schlachtross, zwei Lanzen, ein rotes Banner, einen Streitkolben oder ein Langschwert und einen Waffenrock, der das Wappen des Ordens zeigt (einen Schädel auf rotem Hintergrund). Ritter müssen ihre eigene Rüstung stellen: Leder oder Kette für einen Initiierten und eine volle Ritterrüstung oder besser für einen vollen Ritter oder Waffenmeister.
Großmarschall Fürstin Hristina überwacht den Orden und wurde vor kurzer Zeit zur Protektorin und Herzogin von Krakovar ernannt, der dritten Provinz des Größeren Herzogtums, nachdem sie die Kontrolle über die Hauptstadt von Krakova erlangt hat. Kommandeur Baleneus, Hristinas Geliebter, leitet die entscheidenden Stützpunkte an der Langen Nordstraße, wo Zölle gefordert werden. Dazu gehören die Kommenden Valach, Bruvik und Engerstal sowie die Cantri-Abtei in den Wolkenwallbergen. Neue Kommandaturen in Krakovar befinden sich gerade im Bau.
Komturin Orkov kontrolliert die südwestliche Grenzen nahe Zobeck und den Eisenklippen. Sie ist verantwortlich für den Tempel von Aprostala, die Kommandaturen des Schreiterwaldes und Langrone. Die Befehlshaberin führt einen niemals endenden Krieg gegen die Zwerge von Grisal und die anderen Kantone. Ihre Truppen enthalten eine weithin gefürchtete „Zwergenkompanie“ aus Gefangenen aus Grisal, die in Untote verwandelt worden sind.
Jüngste Ereignisse im Blutkönigreich
Die jüngste Geschichte von Morgau dreht sich um Lucans Zuwendung zur Roten Göttin, sein Bündnis mit den Darakhul und seine vielleicht geniale, vielleicht närrische Eroberung des Wahlkönigreichs im Norden.
Ein unheiliges Bündnis
König Lucan und Imperator Nicoferus der Fahle haben lange einen Pakt gegenseitiger Unterstützung zwischen den Fürstentümern von Morgau und Doresh und dem Ghul-Imperium unter der Erde aufrechterhalten. Keine Seite will, dass die andere die Vorherrschaft erlangt, doch dient es den Interessen beider Königreiche, Seite an Seite zu stehen, wenn eine Armee von Paladinen und Priestern gegen sie marschieren sollte.
In den letzten Jahren ist das Bündnis zwischen Vampiren und Ghulen noch viel stärker geworden, sehr zum Unbehagen ihrer Nachbarn. Herzog Leander Stross, der Botschafter des GhulImperiums in Morgau, war eine ständige Präsenz an Lucans Hof, als sich die detaillierten Verhandlungen hinzogen, während die Vampire die silberzüngige, ehemalige Herzogin im Exil, Urzana Dolingen, in die Stadt des Weißen Knochens schickten, um provokativ in das Ohr des Imperators zu flüstern.
Schließlich wurde ein neues, engeres Bündnis zwischen den beiden Nationen geschlossen. Niemand weiß, was die genauen Bedingungen dieses Bündnisses sind, doch Gildenmeister Orlando von Zobecks Arkanem Kollegium glaubt, dass die Vampire im Austausch für militärische Unterstützung von den Elite-Darakhultruppen gegen das Wahlkönigreich Krakova uralte Folianten voller verbotenem Wissen an die Nekrophagen des Ghul-Imperiums abgetreten haben. Auf jeden Fall waren Darakhul-Truppen an der Belagerung und dem Gemetzel in jeder krakovischen Stadt dabei als sie fielen; wer kapitulierte, dem blieben die Plünderungen und Brandschatzungen weitgehend erspart, doch ihre Friedhöfe wurden geschändet.
Aufstieg der Blutschwestern
Das karmesinrote Blut fließt seit drei Jahrhunderten frei auf Marenas Altaren und die Rote Göttin ist außerordentlich erfreut darüber. Allerdings begann vor einigen Jahren ihre Hohepriesterin Lileshka vom Kelch, Mutter der Lust, verstörende Visionen zu erleben, in denen die Versorgung mit frischem Blut austrocknete und die Macht der Roten Göttin zu schwinden begann.
Lileshka fürchtete eine Katastrophe und erbat eine Audienz beim damaligen Fürsten Lucan und sagte ihm, dass Marena mehr Blut begehrte. Sie drängte den Ersten Fürsten dazu, gegen seine Feinde zu den Waffen zu greifen und neue Gebiete im Namen Morgaus und der Roten Göttin zu erobern. Jetzt war die Zeit, sich um die verräterischen Krakover an der nördlichen Grenze der Fürstentümer zu kümmern und ihr Blut auf Marenas Altar spritzen zu lassen. Lucan versprach der Hohepriesterin, dass er genau über ihre Worte nachdenken würde und verabschiedete sich respektvoll von ihr.
Als ihre Visionen eindringlicher und zahlreicher wurden, wollte Lileshka nicht auf den Krieg warten und so rief sie die anderen hochrangigen Priesterinnen der Roten Göttin zu einem Treffen im Tempel der Aprostala. Sie befahl der Blutpriesterin Sonye vom Speer, die ins Chaos verliebten Kriegerpriester des Tempels der Geißelnden Göttin kriegsbereit zu machen, sollte Fürst Lucan entscheiden, in den Krieg zu ziehen. Mit Mutter Abtässin Calle besprach sie einen viel subtileren Plan – Mitglieder des Kults der Blutschwestern würden aus der Cantri-Abtei und den anderen Tempeln entsandt werden, um neue Konvertiten zu finden und den Einfluss der Roten Göttin in der ganzen Kreuzung auszubreiten.
Die Blutschwestern haben unlängst neue geheime Tempel unter dem Deckmantel von Bordellen in Zobeck und anderen gut gesinnten Städten aufgebaut und erfolgreich Dutzende neuer Anhänger dazu verführt, an den orgiastischen Riten des Kults teilzunehmen.
Der Fall von Krakova
Da ein militärisches Bündnis mit dem Ghul-Imperium gesichert war und Lileshkas Visionen ihn verstörten, entschied Fürst Lucan, dass es an der Zeit war, das Wahlkönigreich Krakova zum Ruhme Morgaus und der Roten Göttin anzugreifen und sein Land zu erobern.
Die Vampire hatten einige Monate zuvor die „Mäuse“ infiltriert, das krakovische Spionagenetzwerk, und ihnen falsche Informationen zugespielt, um sie aus dem Konzept zu bringen. Dann, als die Geisterritter von Morgau zusammen mit Blutpriesterin Sonyes Kriegerpriestern von Marena und Mavros im Schutz der Dunkelheit Schloss Yarosbirg an der Grenze angriffen, kam eine Darakhul-Legion aus einem Tunnel unter Schloss Tannenbirg im Westen. Die Festungen konnten einander nicht unterstützen, tatsächlich konnten sie sich nicht einmal selbst verteidigen.
Das anschließende Gemetzel war grauenhaft – die Ghule strömten in gewaltiger Zahl aus der Erde, überrumpelten die Krakover und schlachteten sie ab. Als die Darakhul die Toten fraßen, flohen die krakovischen Überlebenden voller Schrecken. Yarosbirg fiel in der gleichen Nacht. Die Verteidiger der Burg waren zwar tapfer, doch nicht bereit, sich gegen GeisterritterTempler auf fliegenden Pferden zu verteidigen, die sich durch Burgmauern bewegen konnten.
In den folgenden Wochen stießen die Geisterritter nach Norden in die Stadt Varshava vor, während die Darakhul-Armee nach Nordosten nach Wallenbirg marschierte. Keine der Städte konnte ihnen lange trotzen. Dann, als sich König Eynryk darauf vorbereite, den Orden der Sturmritter aus Schloss Heiderbirg nach Süden zu führen, um die Eindringlinge abzufangen, wurde er in seinem Thronsaal von einem Vampirspion ermordet. Auch wenn der untote Meuchelmörder schnell erschlagen wurde, war der Tod des Königs ein bitterer Schlag für die krakovische Moral. Großmarschallin Jolenta Ludmiska führte die Armee an, um die vereinten untoten Streitkräfte zu konfrontieren, doch die krakovischen Soldaten, die an der Küste stationiert waren, waren nicht daran gewöhnt, sich mit untoten Feinden herumschlagen
zu müssen, geschweige denn bei Nacht. Die Armeen von Morgau erzielten einen überzeugenden Sieg auf dem Schlachtfeld und Krakova, Stadt der Meerjungfrau, ergab sich einige Tage später der Anführerin der Geisterritter Fürstin Hristina. Königin Urzula und die anderen überlebenden Mitglieder der Königsfamilie flohen ins Exil.
Nach der erfolgreichen Invasion verschwendete der neu betitelte König Lucan keine Zeit und erklärte Krakovar zur dritten Provinz des Größeren Herzogtums Morgau und ernannte Fürstin Hristina zu seiner Gouverneurin – wobei er ihr den höheren Titel einer Herzogin verlieh. Aber als die Priesterinnen der Roten Göttin neue Gebetsstätten aufbauten, lief nicht alles so, wie Lucan es sich gewünscht hatte. Schlächterzwerge aus Wolfheim sahen eine Gelegenheit und segelten über die Niederengen, um einen Brückenkopf bei Skogarholm auf der nördlichen Halbinsel aufzubauen. So bedrohten sie die Stadt Jozht, die sie schließlich für sich einnehmen konnten. Bislang haben die Zwerge die Stadt erfolgreich in alle Richtungen verteidigt und wollen ihr Gebiet noch ausweiten; sie haben keine Probleme damit, menschliche Krakover zu rekrutieren, die vor ihren neuen Gebietern flüchten wollen. In der Zwischenzeit versucht Königin Urzula aus dem Exil in Dornig unter ihren ehemaligen Untertanen weiteren Widerstand gegen die untoten Besatzer zu fördern.
Angriffe auf Perunalia
Nach der Niederlage der Krakover ist der Vampiradel mutiger geworden und unternimmt nun Überfälle jenseits des Margreve-Waldes bis ins entfernte Perunalia, um die wunderschönen Amazonenfrauen des Landes zu rauben. Ein solches Opfer, Dajana Savirne von Clarsaya, 15 Jahre alt und bereits eine kompetente Bogenschützin, wurde nach Hengksburg gebracht, wo sie Rodyan vorgestellt werden soll, dem ungezügelten Bürgermeister der Stadt, der stets nach einer neuen Ehefrau sucht. Voller Zorn und unter Führung von Aglaii Soulay, Herrin des Turms von Clarsaya, führten die Paladine des Ordens der Weißen Löwen einen Gegenangriff an, jedoch mit katastrophalen Folgen. Als sich die Perunalier am Ostrand des Margreve bewegten, marschierten sie in die Wolkenwallberge, wo sie zuerst auf ein Paar zweiköpfiger Rochs stießen, ehe sie über eine Jagd stolperten, die von Vampiradeligen und einer Schwadron Geisterritter veranstaltet wurden. Wenige der Weißen Löwen überlebten, doch Aglaii kehrte lebendig nach Perunalia zurück.
Herzogin Vaslika hat angeordnet, die Grenze um den Margreve mit zusätzlichen Patrouillen von Elite-Bogenschützinnen, Paladinen und Priestern des Perun zu stärken, um weitere Vampirüberfälle zu verhindern.
Heimlicher Krieg gegen Baba Jaga
Die Beziehungen zwischen den Vampiren und Großmutter Baba Jaga waren schon immer komplex. Grundsätzlich gesprochen, kommen sie nicht gut miteinander aus, aber von Zeit zu Zeit hat sie die Leichentuchfresser unterstützt, auch wenn ihre Gründe dafür niemals klar waren.
Vor dreißig Jahren warnte sie Fürst Lucan vor der Bedrohung, die der rebellische Kleriker Kjord für seine Herrschaft darstellte (siehe Midgard Legends), was den Fürsten dazu veranlasste, seinen Feind zu zermalmen und seine Kontrolle über Morgau zu stärken. Jedes Jahr wird die Hexe eingeladen, die Wintersonnenwende in Bratislor mit den Ältesten von Morgau und Doresh zu feiern; jedes Jahr entschuldigt sie ihre Abwesenheit. Baba Jagas Hütte kann man manchmal in den Tälern der Wolkenwallberge wandern sehen, doch sie zieht es weitgehend vor, sich aus dem Blutkönigreich herauszuhalten.
Allerdings wirken die jüngsten Ereignisse zusammen, um diesen brüchigen Frieden zu zerstören. Die Gründung des Größeren Herzogtums Morgau hat zu vermehrtem Handel und einem angespannten Bündnis mit den teuflischen Gnomen von Niemheim geführt, verhassten Feinden der Baba Jaga. König Rotbart sucht nach starken Verbündeten gegen die Hexe und ist bereit, gnomische Illusionsmagie mit den Vampiren zu handeln.
Gleichzeitig wollen sich Königin Urzula und ihr Hof im Exil unbedingt mit der Großmutter gegen die Untoten verbünden. Die Königin hat mehrere ihrer „Mäuse“ entsandt, um nach der tanzenden Hütte der Hexe zu suchen und sie zu kontaktieren. Bislang sind alle mit leeren Händen zurückgekehrt; einer ist gar nicht zurückgekommen.
Das Land
Eine hungrige Krähe hackt nach den Augen eines verfaulenden Leichnams, der an der Kreuzung an einem rostigen Galgen hängt. Die Nachtluft ist vom Geheul von Wölfen, den leisen Rufen von Eulen und gelegentlichen menschlichen Schreien erfüllt.
Das Blutkönigreich von Morgau besteht aus drei ehemaligen Reichen: dem Herzogtum Morgau, der Baronie Doresh und der gerade eroberten nördlichen Provinz Krakovar.
Morgau und Doresh befinden sich auf einem bewaldeten Hochland, das als Brom-Plateau bekannt ist und das zwischen den Eisenklippen im Westen und den Wolkenwallbergen im Osten liegt. Im Süden liegt der dichte und alte Margreve-Wald; die große Rothenische Ebene erstreckt sich so weit das Auge sehen kann östlich jenseits des Wolkenwalls. Der schnell fließende und eisige Runnelfluss trennt Doresh und die Westseite des Plateaus von Morgau im Osten, ehe er weiter nach Norden und Osten nach Krakovar fließt und sich bei Lodezig ins Meer ergießt. Der Fluss ist zu schmal für Bootsverkehr und voll von Forellen und Barschen. Das Land der Fürstentümer ist außerordentlich fruchtbar – auch wenn die Felder klein sind, bringen sie große Ernten hervor. Die Weingärten erzeugen hervorragenden Rotwein und die Wälder sind voller Rehe und Wildschweine, sodass es immer viel Jagdwild gibt. In Morgau und Doresh ist die neblige Landschaft von kleinen Dörfern, verfallenen Ruinen und den Festungen und Anwesen der Vampiradeligen übersät.
Die Provinz Krakovar, die im Westen vom Tomierran-Wald begrenzt ist, zeigt sich weniger bergig als Morgau und Doresh, doch seine zentralen und südlichen Gebiete sind dennoch hügelig und rau. Der breite Fluss Yoshutla fließt mitten durch das Königreich verbindet zwei seiner wichtigen Städte, Gybick und Varshava. Er schlängelt sich durch Ebenen und fließt dann in der Nähe der Hauptstadt Krakova in die Niederengen. Die Nordküste kann wild sein und das Wetter stürmisch, doch ist Krakova noch immer das wichtigste Handelszentrum an den Engen, auch nachdem es unter vampirische Herrschaft geraten ist.
Bratislor

Bratislor, das nahe der Kreuzung mit der Langen Nordstraße im Schatten der hoch aufragenden Herzspitze auf der Hauptstraße nach Osten liegt, ist die Hauptstadt des Herzogtums Morgau und des gesamten Blutkönigreichs. Das Wappen der Stadt, die von den fruchtbarsten Feldern und Weiden im zentralen Morgau umgeben ist, zeigt eine schwarze Burg auf einer goldenen Krone auf purpurnem Feld und einem silbernen Sichelmond über den Zinnen.
Bratislor ist eine grimmige Stadt mit grauen Mauern, beherrscht vom einschüchternden Bauwerk Schloss Bratis, das auf einer Felsnadel in der Mitte der Stadt steht. Die Burg ist das Zuhause von König Lucan und ganz Domäne der Untoten; keine lebenden Ritter oder Diener dürfen sie betreten. Skelette dienen der Festung und eine Kompanie von Darakhul und imperialen Ghulen bewacht ihre Mauern. Der König hält zur Sommer- und Wintersonnenwende Hof in der Burg und alle
Ältesten und ihr Gezücht müssen dabei vorstellig werden. Bei manchen Gelegenheiten erscheint auch Koschei der Todlose, immer mit einer anderen jungen Frau an seinem Arm. Ihr Blick voller schockiertem Grauen amüsiert König Lucan sehr. Diese Festlichkeiten sind für die Sterblichen von Bratislor eine Zeit der Angst; bei jeder Sonnenwende werden 100 lebende Bürger eingeladen, um am Königsfestmahl teilzunehmen. Danach kehrt nur eine „glückliche“ Person auf die gepflasterten Straßen der Stadt zurück, die Augen ausgestochen und die Zunge herausgeschnitten, ihr Verstand zerbrochen, weil sie die Worte der Ältesten und ihre Pläne für das Reich für die kommende Jahreszeit gehört hat.
Der Herzog von Morgau, Thurso Drachensohn, Meister der Schwarzen Hügel, Beschützer des Schreins des Blutes, regiert ein Drittel des Blutkönigreichs im Namen von König Lucan und lebt im Herzspitzenpalast der Stadt in beträchtlichem Luxus. Herzog Thurso ist offiziell Thronerbe des Königreichs, doch sein Anspruch auf die Macht ist prekär – er ist abhängig von der Unterstützung seiner Barone und der Gunst des Königs. Er lebt abwechselnd in Furcht und Arroganz, abhängig von seiner Zuversicht zu jedem Zeitpunkt. Vor fünf Jahren versuchte die intrigante Herzogin Urzana Dolingen ihn in einem Putsch zu stürzen und floh in die Eisenklippen, als dies misslang. Die Herzogin steht jetzt wieder in der Gunst von König Lucan, nachdem sie den Pakt mit dem Ghul-Imperium ausgehandelt hat, und hat den Blick wieder auf das Herzogtum gerichtet. Schon jetzt hat sie begonnen, flüsternd eine Kampagne gegen Thurso Drachensohn zu führen. Herzog Thurso ignoriert keinesfalls diese Versuche, seine Position zu unterwandern, und verlässt sich am Hof auf die Unterstützung seiner Schwester Fürstin Hristina. Sie hat neben ihrer Rolle als Großmarschallin der Geisterritter das Amt der Protektorin von Krakovar angenommen und ihr Stern steigt. Einige glauben, dass sie die Position des Erben für sich beanspruchen wolle, doch niemand würde das in der Hörweite von Herzog Thurso behaupten.
Viele berühmte Dichter leben in der Stadt und Barden besuchen oft das Dichterfest, das auf Geheiß des Herzogs im Frühling gefeiert wird. Thurso ist ein enthusiastischer Gönner der Künste und dafür bekannt, begabte Künstler und Darsteller mit Gold und Silber zu überschütten. Einige wenige Auserwählte, die ihn besonders beeindruckt haben, wurden mit dem Geschenk des ewigen Lebens und einem Einstieg in die vampirische Herrscherklasse belohnt. Allerdings erwartet ein schreckliches Schicksal jene, die den Herzog mit einfachen Knüttelversen oder bissiger Satire verärgern; sie werden an der Dichterecke auf einen Pfahl aufgespießt und ihre Schreien halten oft bis Sonnenaufgang an.
Hengksburg
Hengksburg ist die stabilste und sicherste Stadt im Größeren Herzogtum. Sie floriert durch den Handel mit Fleisch und Blut und kauft Gefangene, die bei Plünderungen gemacht wurden, und verkauft sie auf dem Fleischmarkt an Herzöge, Barone und andere Adelige, die sie begehren. Da das wichtigste Handelszentrum des Reichs in sicherer Entfernung zu den eroberten Territorien im Norden und den Grenzen mit Morgaus Feinden liegt, ist hier zwar immer viel los, es kommt jedoch nicht zu größeren Störungen. Der Handel muss fließen, Abgaben müssen gezahlt werden und die meisten Profite landen hier.
Es überrascht wenig, dass der Kult des Mammon hier sichtbar Präsenz zeigt, auch wenn er keinen eigenen Tempel besitzt. Zwar können die Priester des Erzteufels offen auf den Straßen wandeln, solange sie dem Bürgermeister Respekt zollen, halten sich Hengksburgs reichste Kaufleute, die von den Profiten des Fleischhandels fett geworden sind, aber bedeckt. Sie verbergen ihren Wohlstand und vermeiden auffallende Kleidung, weil sie die unbarmherzigen Steuereintreiber der Stadt fürchten.
Hengksburg wird von Bürgermeister Rodyan regiert, einem korpulenten Leichentuchfresser, der einen Blutzoll von jedem besuchenden Kaufmann, von jedem Leibeigenen auf seinem Land und sogar von den niederen Adeligen, die ihm dienen, verlangt. Der Appetit des Gierschlunds auf Gold und Blut ist nur von seinem Bedürfnis nach sexueller Befriedigung übertroffen. Bislang war Rodyan mehr als 300 mal verheiratet – manche seiner Ehefrauen hatten nicht die Konstitution, auch nur eine Nacht von Rodyans amourösen Annäherungen zu überstehen und die jungen Bauerntöchter fürchten nichts mehr, als von ihm auserwählt zu werden.
Für über ein Jahr waren die einfachen Leute vor Rodyans Aufmerksamkeit verschont, als der Bürgermeister Aliessa heirtate, eine eindrucksvolle Frau, die länger durchhielt als die bestimmt 100 Frauen vor ihr und von den furchtsamen Leibeigenen den geflüsterten Spitznamen Todeshure erhielt. Natürlich wurde Rodyan auch ihrer schnell überdrüssig und verbrauchte nach ihrem Fall in schneller Folge über 20 Ehefrauen, ehe er zum Schluss kam, das seine nächste Gattin eine Tochter Peruns sein sollte. Er erwartet gierig die Ankunft seiner neuen „Amazonenbraut“.
Wenn er nicht seine verkommene Gier nach Blut und Sex stillt, verbringt der Bürgermeister seine Zeit gerne damit, die nekrotischen Zecken zu pflegen, die er im Labor unter seinem Anwesen züchtet. Er nutzt sie, um Zombies zu erschaffen, die in der Gladiatorenarena nahe des zentralen Henkersplatzes der Stadt kämpfen. Unbestätigte Gerüchte sagen, dass viele von Rodyans ehemaligen Frauen noch immer als vampirische Knechte oder sabbernde Testobjekte in den Gewölben des Anwesens hausen würden; andere könnten seine Korridore als Geister oder Phantome heimsuchen.
Vallanoria
Diese Militärstadt ist klein, aber gut organisiert. Der Orden der Grauen Ritter hat hier eine große Kommandatur und der Tempel der Geißelnden Göttin ist ein Zentrum der kriegerischen Flagellanten-Priesterinnen der Roten Göttin. Vallanoria hatte immer schon enge Beziehungen zu Krakova im Norden und seine Bürger waren niemals so unterdrückt und unterwürfig wie die meisten lebenden Leibeigenen in Morgau. Allerdings hat die Eroberung Krakovas durch die untoten Armeen der Fürstentümer jenen, die hofften, eines Tages von ihren vampirischen Unterdrückern befreit zu werden, einen schrecklichen Schlag versetzt. Mehrere vergangene Revolten wurden brutal niedergeschlagen und aus diesem Grund spricht heute niemand mehr in Vallanoria von Rebellion, außer mit guten Freunden. Der Baron hat überall Spione. Einige glauben, die Krähen dienten allesamt als seine Informanten; andere sagen, dass sein stehendes Angebot von 1.000 GM für die Verhaftung eines jeden Rebellen die Arbeit für ihn täte.
Der Herrscher der Stadt ist Baron Urslav, der Kriechende Fürst von Vallanoria, der Hüter der Roten Schwestern. Urslav machte einmal den schweren Fehler, Großmutter Baba Jaga zu beleidigen, und sie reagierte, indem sie all seine Knochen mit ihrer Magie entfernte. Als Folge verbrachte er Wochen damit, über den Boden seines Palasts zu kriechen, ehe der Fluch abklang – aber der Spitzname blieb hängen. Er hasst den Spitznamen, verabscheut Baba Jaga und verbringt daher einen großen Teil seiner Zeit damit, sein Rache zu planen. Zu diesem Ziel ist er ein Streiter der Roten Göttin Marena geworden, macht ihren Abteien große Geschenke und stiftet für den Bau neuer Tempel. Jedes Jahr bei ihren Festen bringt er Tiere und Leibeigene als Opfergaben zu ihren Altären.
Der wunderschöne Palast von Vallanow dient als Veranstaltungsort, an dem die Ältesten die Gespensternacht und den Winteranfang in der Gegenwart von König Lucan und anderen Würdenträgern feiern. Die Einladungen zu dieser ausschweifenden Feier sind extrem begehrt, zumindest unter den Untoten. Der Gestank von Gemetzel und Verwesung, den die Gäste in den Palast bringen, bereitet den Lebenden tagelang Übelkeit. Die Feierlichkeiten werden heute von Xanthus dem Ausweider organisiert und angeführt, einem Hohepriester des Chernobog, dessen Vorliebe für Blutopfer im Morgengrauen weithin bekannt ist.
Auf den Gespensternachtball folgen normalerweise brutale Hinrichtungen, nachdem die Gemeinen gegen ihre Meister aufbegehrt haben.
Jedes Jahr beteten sie, dass eine krakovische Armee mit dem Frühling kommen würde, doch kam sie nie. Jetzt wird sie ganz sicher nicht mehr kommen, auch wenn die Verzweifeltsten noch immer ihre Hoffnung auf eine Armee der Schlächterzwerge setzen.
Tempel der Geisselnden Göttin
Dieses eindrucksvolle, stachelbewehrte Bauwerk ist zum Teil Tempel und zum Teil Festung. Es ist der Roten Göttin Marena und ihrem Ehemann Mavros, Gott des Krieges und Donners, gewidmet und ein Ort voller eiserner Türen und eiserner Frauen. Blutpriesterin Sonye vom Speer, Gattin des Gemetzels, dient als Hohepriesterin des Tempels und Anführerin der Kriegerpriester beider Gottheiten. Sonye ist nur Lileshka vom Kelch unterstellt und betrachtet sich als wahrscheinliche Erbin für den Titel der Hohepriesterin. Sie hat wilde Augen und flammend rotes Haar und sie ist eine kluge
Taktikerin und hervorragende Kriegerin, die ihre wilde Gemeinde an der Seite der Geisterritter von Morgau in einen blutigen Sieg in Krakova geführt hat. Die Krähen und Ghule speisten gut in dieser Jahreszeit.
Der Tempel der Geißelnden Göttin ehrt Marenas Kult als eine Maschine des massenhaften Gemetzels; die Begierden von Soldaten sind Begierden nach Tod und Chaos. Wetzsteine schleifen scharfe Kanten in den Säulenvorbau, Speere und Schwerter werden von Priestern des Mavros gesegnet und Übungskämpfe im Hof weiten sich oft auf Zuschauer und Pilger aus. Wer das Pech hat, in diesen Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden, wird auf die rostigen Eisenstacheln über den Haupttoren aufgespießt und ausgestellt. Sonye glaubt, dass das langsame Tröpfeln ihres Blutes die Rote Göttin erfreut. Sie und ihren Tempel sollte man am besten meiden.
Der Wendestalwald und der schale Wald
Der Wendestalwald im östlichen Morgau, nördlich der Herzspitzenstraße und westlich der Wolkenwallberge, ist ein dicht belaubter Wald aus Buchen, Kiefern, Ahorn und Eichen. Der Wald ist die Heimat zahlreicher Wölfe, Wildschweine und Rehe und bietet gute Jagdmöglichkeiten für die örtlichen Bauern und ihre Vampirmeister. Er untersteht dem Einfluss von Lady Chesmaya, Voivodina des Grünen Turms, ein Lich und eine mächtige Zauberin. Lady Chesmaya ist eine launische Verbündete, die ihre Loyalitäten zu den anderne Ältesten fast so oft wechselt wie ihre Robe. Man flüstert, sie sei eine Tochter der Baba Jaga oder ihr Lehrling oder beides.
Jenseits der viel beschrittenen Wildwechsel und dem tief im Wald verborgenen Grünen Turm liegt der Schale Wald. Im Gegensatz zum gesunden Waldgebiet, das ihn umgibt, ist der Schale Wald dicht und dunkel – kein Sonnenlicht dringt durch die Blätter und die Luft ist immer kalt. Finstere Menhire übersäen die Landschaft, seltsame, kränklich gelbe Pilze kleben an den Bäumen und Vetteln, Schreckhähne, Selang und Schlimmeres lauern zwischen den hohen Kiefern. Dies ist das Reich des Lumpenkönigs, einem Bastardsohn des Mondscheinkönigs der Schattenfeen.
Der Lumpenkönig ist ein riesiger Satyr, über 2,4 Meter groß, mit leuchtend roten Augen, der in einen Umhang aus lebenden Krähen gehüllt ist und eine gewaltige Axt führt. Sein Helm ist mit dem Geweih eines großen Hirschs verziert und er reitet auf einem riesigen Widder, der als Träger der Übel bekannt ist. Seine bloße Anwesenheit korrumpiert das Land, lässt Pflanzen verdorren und faulige Pilze wuchern. Seine Töchter sind wilde Säuferinnen, die schnell zornig nach jedem schlagen, der ihre wollüstigen Annäherungen ablehnt.
Seit fünf Generationen hat der König immer die erstgeborene Tochter des Fürsten Malve von Zwirn an ihrem 16. Geburtstag geheiratet, um einen uralten Pakt zu erfüllen. Zwirn ist eine heruntergekommene kleine Stadt im Scolwingsumpf am Runnelfluss; der aktuelle Fürst Malve hofft, seiner geliebten Tochter Celandine das Schicksal ihrer Vorfahren zu ersparen. Er ist nicht besonders zuversichtlich.
Wolkenwallberge
In den östlichen oberen Gefilden von Morgau liegen die Wolkenwallberge. Die steilen, hohen Berggipfel sind das ganze Jahr von Schnee bedeckt und ihr Schmelzwasser speist den Runnelfluss. Am Fuß der Berge steht die Cantri-Abtei, Heimat der Blutschwestern der Marena.
Die Wolkenwallberge wimmeln von Wolkenwallleoparden, zweiköpfigen krakovischen Adlern, Ogern sowie Yetis und dienen dem König des Blutkönigreichs und seinem Vampirgefolge als privates Jagdgebiet. Jede lebende Kreatur, die man hier findet, auch die Menschen und Zwerge, kann jederzeit zu Jagdbeute werden, weil es ein zweiköpfiger Roch auf sie abgesehen hat oder sie den nächtlichen Jagden der Geisterritter und ihrer vampirischen Meister zum Opfer fallen. Verbrecher werden manchmal zu einem Exil im Wolkenwallgebirge verurteilt. Wer seine Reise hinüber zur Rothenischen Ebene überlebt, erhält sein Leben und seine Freiheit, doch wenige schaffen es so weit.
Auch andere Gefahren lauern in dieser Region. Ein uralter weiblicher weißer Drache namens Zrobaishalil und ihr Yeti-Gefolge leben auf dem höchsten Berg und jagen in der WolkenwallRegion. Dutzende von Ogerstämmen bekriegen sich und rauben Wanderer als Sklaven und zur Paarung. Ein alter Leichentuchfresser, der nur als der Dunkle Wirt oder der Blutfürst bekannt ist, hat sich im Wolkenwallgebirge niedergelassen. Und Baba Jagas Hütte wandert manchmal durch das Tal, sammelt Ziegen und kocht Besucher in ihrem Kessel.
Burg Lenhain und die große Nekropole
Lady Darvulia, die Voivodina von Wolkenwall und Hüterin des Unterirdischen Tores, regiert mit der Autorität König Lucans die Berge.
Lady Darvulia ist lautlos, aber unerschütterlich, und hat engere Beziehungen zu den Fürsten unter Tage des Ghul-Imperiums als jeder andere Leichentuchfresser. Leander Stross, der Darakhul-Botschafter in Morgau, und Herzog Frago Schwarzfliege, Herrscher der Handelsstadt Fretlock knapp unter der Oberfläche, sind beides regelmäßige Besucher an ihrem Hof. Zudem setzt sie Ghul-Söldner gegen ihre Rivalen ein.
Lady Daruvlias Festung, Burg Lenhain, bewacht die Große Nekropole, ein weitläufiges Gebiet voller uralter Gruften, die in den Berghang gebaut sind und die Überreste von Mitgliedern von Morgaus Adelsfamilien aus den Jahren, ehe das Herzogtum Lucans Machenschaften zum Opfer fiel, enthalten. Die Grabstätten und Gewölbe wurden schon lange geleert, doch die Bewohner der Berge nutzen sie noch heute, um ihre Toten zu bestatten.
Ein Netzwerk von Katakomben, das von Ghuls, Darakhul und Dissimortuum bewohnt wird, durchzieht die Erde unter der Nekropole.
Einer der größeren Tunnel dient als Eingang zum Ghul-Imperium und führt nach Fretlock. In den meisten Nächten versammelt sich ein finsterer Markt in den Gruften, in denen seltsame Derro-Leichname, nekromantische Vorräte und seltene Pilze aus den Reichen unter der Erde gegen Blut, Fleisch und Sklaven von der Oberfläche getauscht werden. Nach dem jüngsten Bündnis zwischen dem Blutkönigreich und den Ghulen floriert das Geschäft.
Das Guhl-Imperium
Tief unter der Erde, von unter den Eisenklippen bis unter den MargreveWald, im Norden bis ins südliche Krakova, liegt ein dunkles Imperium:
das Ghul-Imperium, in dem die fleischfressenden, blasphemischen Anhänger von Göttern des Todes, des Hungers und der Dunkelheit heimisch sind, die an die Oberfläche kommen, um zu fressen. Das Imperium entstand vor mehr als 100 Jahren, als der erste Darakhul dem Ruf eines Teufelsanbeters folgte. Heute regiert Kaiser Nicoferus der Fahle die lichtlosen Tunnel und riesigen Kammern des Ghul-Imperiums aus seinem Palast im Zentrum Darakhans, der Weißen Stadt.
Das Imperium ist gut verborgen und hat abgewartet, um an Stärke, Wissen und Zahl zu wachsen. Geschwindigkeit und Wildheit erlaubten den Darakhul ihre ersten Eroberungen. Listenreiche Magie und skrupelloser Zorn haben ihr Imperium zusammengehalten. Der Plan des Imperators und die absolute Loyalität seiner Anhänger treibt das Imperium immer weiter voran.
Die ghulische Eroberungsherrschaft gegen Dunkelelfen, Zwerge, Svirfneblin, Finsterschleicher und andere Völker der Unterwelt war kein Zufall. Die Ghule lähmen ihre Opfer und verwandeln Feinde in Nahrung oder Ersatz für ihre erlittenen Verluste. Zu ihren Armeen gehören kriechende Knochenkolosse, dämonische Widder, Apparaturen mit Fledermausschwingen, die eine Fährte von Feuer und Rauch nach sich ziehen, brennende Skelette, flüssige Zombies und Tunnel grabende, untote Purpurwürmer.
Ghule sind einfallsreiche Soldaten und schlagen schnell zu: die leicht gepanzerten Ghul-Legionen marschieren rund 115 Kilometer pro Tag in dunklen Tunneln (und ruhen sich bei Nacht nicht aus), während die schwer gepanzerten Legionen immer noch etwa 60 Kilometer pro Tag durch schwierige Tunnel bewerkstelligen. Sie tragen ihre Vorräte oder marschieren neben ihnen, wenn diese die Form von Zombies haben. Im Fressrausch könne Ghule ein Schlachtfeld leerfressen und knacken sogar die Knochen der Gefallenen.
Das einzige, was in der Vergangenheit verhindert hat, dass die Darakhul über die Oberfläche ausgeschwärmt sind, war ihre Abneigung gegenüber Sonnenlicht. Als Nicoferus und sein Konzil der Darakhul ein Bündnis mit Fürst Lucan schlossen, wurden solche Ängste beiseite geschoben, als die ghulischen Legionen als Teil der untoten Armeen in Krakova einmarschierten, die das Wahlkönigreich in Schutt und Asche legten.
Cantri-Abtei
Die Cantri-Abtei, die sich im Vorgebirge des Wolkenwalls befindet, ist auch als Heimatabtei der Roten Schwestern bekannt und kümmert sich im Namen der Roten Göttin Marena um schwangere Frauen. Werdende Mütter, die eine schwierige Schwangerschaft haben oder bei denen Komplikationen bei der Geburt erwartet werden, können eine Pilgerfahrt hierher unternehmen, um sich in die Pflege der Mutter Äbtissin Calle von der Wiege, Tochter von Marenas Blut, zu begeben. Calle und ihre Priesterinnen kümmen sich im Flügel der Abtei, der als die Wiege bekannt ist, um diese Frauen und sorgen dafür, dass ihnen vor, während und nach der Geburt kein Leid geschieht. Die Mutter Äbtissin ist eine stämmige, matronenhafte Frau mit unheilvollem Blick und immer barsch zu ihren Untergebenen. Sie scheint es aber zu genießen, manchmal Scherze, auch wenn sie oft verstörend sind, mit den Frauen zu machen, um die sie sich kümmert. Auch wenn sie ihre Arbeit gut erledigt, empfindet Calle keine wirkliche Herzlichkeit für die Mütter oder ihre ungeborenen Kinder. Vielmehr sieht sie die Neugeborenen als bloße Folge der Lust, die die Rote Göttin entfacht hat, und sieht es als deren Schicksal, Vieh für Marenas wahre Auserwählte zu werden, die Vampirfüsten des Blutkönigreichs. Männer dürfen die Mauern der Abtei nicht betreten und Verstöße werden mit dem Tod bestraft. Um Eindringlinge kümmert sich die Mutter Äbtissin selbst und ihre ausgesaugten Leichen werden als Warnung für andere in Käfigen vom Torhaus gehängt. Manchmal kann man auch den verkohlten Kadaver eines Vampirs in einem der Käfige sehen. Keine Männer heißt keine Männer.
König Lucan hat den Komtur Baleneus, einen mächtigen Anführer der Geisterritter, mit dem Schutz der Abtei beauftragt. Die Blutschwestern haben seine Hilfe aber noch nicht in Anspruch nehmen müssen. Die Mutter Äbtissin und ihre Priesterinnen sind mehr als imstande, sich um sich selbst zu kümmern.
Kommandantur der verlorenen Seelen
Die Ruinen eines Tempels und Komtureipostens des Khors liegt an der nordwestlichen Seite am Fuß der Wolkenwallberge. Zum Orden der Körperlosen Ritter gehört eine Gruppe von berittenen Geisterrittern, doch haben sie keine Ähnlichkeit zu den gespenstischen Rittern und Paladinen, die in Vollmondnächten aus dem Ordenshaus in die Berge marschieren. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, was zum Niedergang des Standorts geführt hat. Die Bewohner des Wolkenwalls halten sicheren Abstand von den Ruinen, die zum Teil noch vollkommen intakt scheinen.
Grisal-Marsche
Die westlichen Ausläufer der Baronie Doresh, die an die Eisenklippenberge angrenzen, sind als die Grisal-Marsche bekannt, weil sie so nahe zum Zwergenkanton Grisal liegen. Die Marschen werden von einem dichten Wald beherrscht, den die Doreshi den Schreiterwald nennen, die Zwerge der Eisenklippen aber als Zombiewald von Zwargau kennen. So oder so ist der Name passend vergeben: Zombies und Skelette wandern innerhalb seiner Grenzen frei umher, belebt von Nekromanten, die im Dienste von Lord Fandorin, Baron von Doresh und Feenfürst der Grisal-Marschen, stehen.
Der westliche Waldrand erhebt sich in die Hügel und östlichsten Ausläufer des Gebirges. Diese Ländereien werden von den Zwergen von Grisal gehalten, dem Schwarzen Kanton, der die Untoten verabscheut und regelmäßige Angriffe über die Grenze unternimmt, um die Soldaten des Blutkönigreichs zu drangsalieren und zu zerstören. Baron Fandorin tut sein Bestes, um die Angreifer im Zaum zu halten, doch hat er zu wenige Truppen, um die Berge zu halten. Außerdem sind die Zwerge zu vorsichtig, um tiefer in den Wald vorzustoßen, damit sich nicht ihre eigenen gefallenen Paladine und Priester später als schwarzgerüstete Untote gegen sie stellen. Die daraus resultierende Pattsituation besteht seit Generationen, sodass sich die GrisalMarschen in einem anhaltenden Kriegszustand befinden. Baron Fandorin ist unter den Leichentuchfressern der einzige Vampir mit nicht menschlicher Abstammung, der Ländereien des Größeren Herzogtums in Fürst Lucans Namen regiert. Er war einmal eine Schattenfee, doch sind sein Antlitz und Körper so verdorrt und eingesunken, dass es fast unmöglich ist, seine elfische Abstammung zu erkennen. Dennoch folgt er noch immer der Königin der Nacht und der Magie.
Fandorin regiert die Baronie Doresh und beschützt ihre Grenzen seit drei Jahrhunderten, seit sich Lucan Doreshs ehemaligen Herrschers entledigt hat. Er teilt seine Zeit zwischen der Fandorinfeste und seinem unterirdischen Heiligtum Wisperdunkel auf, das sich unter dem Schreiterwald befindet.
Hier hat er mehrere Grisal-Zwerge versklavt und zwingt sie, Dutzende von Todgeschmiedeten zu erschaffen, in die der Baron gespenstische Todesschemen binden will. Mit diesen eindrucksvollen Uhrwerkkriegern in seiner Armee hofft Fandorin, den lange währenden Stillstand an der Westfront aufzubrechen. Die Nekrophagen des Ghul-Imperiums sind regelmäßige Besucher im unterirdischen Reich des Barons – ein geheimer Tunnel führt direkt von dort ins Gebiet des Imperiums. Im Austausch für Empfehlungen zu verdorbenen neue nekromantischen Experimenten studieren diese Darakhul das arkane Wissen, das in Fandorins eindrucksvoller Bibliothek gesammelt ist.
Fandorinfeste
Der Sitz des Barons von Doresh liegt hoch im Vorgebirge der Eisenklippen und überlickt das Runneltal darunter. In einiger Entfernung ist die Grenze des Schreiterwalds durch den allgegenwärtigen Nebel zu erkennen. Die Burg ist ein wunderschönes, doch unheilvolles Bauwerk, mit einer hohen, einschüchternden Hauptfestung und Türmen an jeder Ecke, die mit märchenhaften Spitzen gekrönt sind. Der Nordwestturm, der als Gelehrtenturm bekannt ist, enthält ein uraltes Portal, das zur berühmten Stross-Bibliothek in Schloss Schattenfels führt, doch leider ist das Öffnungsritual seit langem in Vergessenheit geraten. Um das Schloss zu betreten, müssen Besucher eine schmale, 150 Meter lange Steinbrücke über dem eisigen, schnell fließenden Fluss in fast 70 Metern Tiefe überqueren.
Baron Fandorin lebt mit seiner Gattin Baronin Mihaela, auch eine ehemalige Scathsidhe (Schattenfee), in der Feste. Sie ist bleich und wunderschön und hat die großen Ohren und den breiten Mund ihres Volks. Sie langweilt sich sehr, wenn ihr Ehemann wieder tagelang in seinem Labor sitzt und arbeitet. Lady Mihaela genießt die Gesellschaft von strammen, heißblütigen jungen Männern und lässt sich gerne einen zu ihrem Amüsement aus den örtlichen Dörfern in die Burg schicken, wenn sie allein zu Hause ist.
Tempel der Aprostala
Der große Tempel der Roten Göttin steht am östlichen Rand des Schreiterwaldes auf der Straße zwischen Bratislor und Hengksburg. Der Schrein der Aprostala ist aus blutrotem Stein erbaut und eine Pilgerstätte für Marenas Gläubige sowie ein Ort täglicher Blutopfer, für die weiße Ziegen oder Kälber bevorzugt werden. Hier dienen die Toten den Lebenden: Skelette dienen als Tempelwächter und Zombies schleppen die Leichen der Opfer weg oder entfernen Tontöpfe voller Blut vom Altar.
Wer hierher kommt, um der Göttin seinen Respekt zu erweisen, soll Zeichen der Hingabe zeigen – oberflächliche Wunden oder Narben auf den Händen, Wangen oder Schultern. Wenn sich diese Wunden wieder öffnen lassen, während man am Altar der Roten Göttin kniet, umso besser.
Hohepriesterin Lileshka vom Kelch, Mutter der Lust, ist Marenas höchstrangige Priesterin und leitet Aprostala. Manchmal flüstert die Rote Göttin ihr etwas zu und befiehlt ihr, einen oder mehrere Pilger zu verführen. Die Männer und Frauen, die sich ihren Annäherungen freiwillig ergeben, werden danach mit einer Audienz belohnt, um die Rote Göttin um Hilfe zu bitten; wer Lileshkas Avancen zurückweist, wird an die Fanatiker aus dem Orden der Rosigen Erlösung übergeben. Diese fanatischen Priesterinnen unterbrechen nur zu gerne ihre Selbstgeißelung, um ihre Aufmerksamkeit und ihre Peitschen den Pilgern zuzuwenden.
Blutgewölbe
Die Blutgewölbe von Schwester Alkava befinden sich auf Klippen über dem Dorf Karvolia in den Schwarzen Hügeln von Morgau. Der wenig genutzte Tempel der Marena des Dorfes, der bis vor kurzer Zeit als der Sanguine Schrein bekannt war, wurde vor kurzem wiedereröffnet und von einer enthusiastischen jungen Priesterin namens Schwester Aklava renoviert. Alkava ist eine Nekromantin, die eine neue Methode entwickelt hat, um Blut in speziell entwickelten „Blutgewölben“ aufzubewahren, damit es länger frisch bleibt. Im Laufe ihrer Arbeit entdeckte die Priesterin, dass sie Macht aus den heiligen Blutkesseln abzapfen konnte, in denen sie das das Blut aufbewahrte, das die Dorfbewohner ihr als Tribut zollten. Die Schwester entwickelte eine große Gier nach Macht – und je mehr sie erlangte, umso mehr erregte es sie.
Die Blutgewölbe sind ein riesiges Bauwerk, das in den Hang der Klippen über Karvolia gebaut ist. Besucher treten durch zwei gewaltige Steintüren ein, die mit einem Basrelief der Roten Göttin versehen sind. Im Inneren finden sie eine Reihe grauenvoller Räume, die von Alkavas lebenden und untoten Schergen beschützt werden und in denen die Priesterin das Blut der Dorfbewohner sammelt, um ihre verkommenen nekromantischen Experimente mit Macht zu versorgen. Im letzten Raum, dem Blutkessel-Sepulcrum, lauern Schwester Alkava und ihre schrecklichen Blutzombies zwischen den
Steinkesseln, die vor kostbarem Blut überquellen – die Quelle ihrer furchterregenden Macht.