Provinz von Krakovar

Die Lage im ehemaligen Wahlkönigreich Krakova sieht deutlich anders aus. Die überlebenden Mitglieder der Königsfamilie befinden sich im Exil in Dornig, Schlächterzwerge aus Wolfsheim haben die Halbinsel im Nordwesten von Krakova und die Stadt Jozht erobert und der Rest des Landes steht unter vampirischer Herrschaft.

Fürstin Hristina, Großmarschallin der Geisterritter, regiert die neu gegründete Provinz von Krakovar als ihre Protektorin aus der Hauptstadt Krakova, der Stadt der Meerjungfrau. Nach einer Reihe blutiger Hinrichtungen all jener, die sich als widerspenstig erwiesen hatten, wurden die Slahta, die Tausenden von Adeligen mit Landbesitz, die früher den König wählten und die Gesetze des Landes bestimmten, gezwungen, sich der Protektorin unterzuordnen. Sie kümmern sich noch immer um den Großteil der Regierung der Provinz, doch ihre Macht wurde eingeschränkt. Fürstin Hristina schaffte die jährliche Versammlung der Gesandten ab, in der neue Gesetze bekanntgegeben wurden, und die ranghöchsten Slahta – die Hohen Posol und die Magnaten – wurden wegen Hochverrats gegen die Krone hingerichtet.

Im ganzen Land wurden Wotans Tempel niedergebrannt und die Priesterinnen der Roten Göttin errichteten in den Städten und Siedlungen neue Schreine der Marena. Peruns Gebetshäuser wurden als Tempel seiner Maske Mavros neu geweiht. Neue Kommandaturen der Geisterritter wurden in Heiderbirg und Tannenbirg errichtet, nachdem diese durch die Eroberung zerstört wurden.

Trotz alledem ist die Macht der Vampire über Krakovar brüchig. Die Untoten konnten das Königreich erobern, indem sie einen aggressiven Überfallkrieg führten, mit den Geisterrittern und schrecklichen Darakhul-Truppen als Speerspitze. Jetzt haben sie die alltägliche Kontrolle über eine Provinz, deren Bevölkerung mehr als siebenmal so groß ist wie die der Fürstentümer. Für den Augenblick leben die Adeligen voller Furcht vor ihren neuen Meistern, doch der Widerstand wächst unter den Bauern, und die Ostküste und Grenze könnten immer noch jederzeit von Nordländern, Trollen und Khazzaki-Plünderern angegriffen werden. Es wird den Vampiren Probleme bereiten, ihr Territorium zu halten, wenn sich die Schlächterzwerge mit der verstoßenen Königsfamilie verbünden und einen Gegenangriff starten. Und wenn Königin Urzula die Unterstützung von Großmutter Baba Jaga erlangen kann, wird Morgaus Situation sogar noch problematischer.

Krakova, Stadt der Meerjungfrau

Auch nachdem es in die Hände der Vampire fiel, ist die Provinzhauptstadt Krakova noch immer das größte Handelszentrum der Niederhöhen. Die Häfen der Stadt gehören zu den besten in der Region und sie bieten hervorragenden Schutz und Landungsplätze für Fracht.

Krakova führt Handel mit Bjornshafen, Courlandia, Tanserhalle und im Westen bis nach Bemmea. In der Vergangenheit arbeiteten die Größe und Macht der Stadt für sie: Versuche der Zwerge oder Gilden aus Vidim, die Schifffahrt in den Niederhöhen zu dominieren, stießen auf brutale Vergeltungsschläge und offene Piraterie. Fürstin Hristina ist entschlossen, den Handel am Fließen zu halten, und hat Waffengeneral (jetzt Admiral) Ungur, dem höchstrangigen lebenden Offizier unter den Geisterrittern, die Kontrolle über die Marine übertragen. Die Handelsflotte der Provinz muss immer wachsam gegenüber Angriffen durch Schlächterzwerge aus Skogarholm und Jozht sein.

Die Stadt ist auf Dutzenden von Hafeninseln erbaut, die durch Brücken verbunden sind. Die größte davon ist die Meerjungenfraueninsel, die mehr als eineinhalb Kilometer lang ist und auf der die ersten Könige von Krakova gekrönt wurden und wo die Slahta sich trafen, um neue Könige zu wählen. Die Meerjungenfraueninsel und ihre Goldenen Felder, auf denen sich der Adel während der Gesandtenversammlung trafen, sind jetzt von der Protektorin abgeriegelt worden. Die eindrucksvolle Versammlungshalle der Magnaten beginnt zu verfallen, doch die Ratskammer wird von einigen Unterstützern der Königin im Exil, die den Widerstand gegen die Herrschaft der Vampire anführen, als geheimer Treffpunkt verwendet.

Fürstin Hristina hat vor kurzer Zeit Krakovas Winterball wieder aufleben lassen, der am königlichen Breesekpalast veranstaltet wird. Viele der Adeligen der Slahta betrachten ihre Einladungen zu der Feierlichkeit mit großer Furcht.

Varshava, Stadt der Pferde

Varshava, die Heimat von Pferdezüchtern und berühmt für seine Rennen, war einst vor der Eroberung Stützpunkt der königlichen Kavallerie.

Als sich die Geisterritter nach der Einnahme von Yrosbirg der Stadt näherten, unterschätzte Fürst Hadrad Walerska, Thronanwärter und Kommandant der Ersten Husaren, den Feind massiv. Anstatt hinter den robusten Wehranlagen der Stadt zu warten und die Untoten zu zwingen, die Mauern anzugreifen, ritt der arrogante Fürst an der Spitze der königlichen Kavallerieregimenter aus, um im ersten Licht anzugreifen. Großmarschallin Hristina wartete nicht so lange – die Geisterritter und Kriegspriester des Mavros schmetterten in der Dunkelheit wieder und wieder durch die Kolonne der Husaren, was die krakovischen Pferde in Panik versetzte und die Armee ins Chaos stürzte.

Einige schafften es zurück in die Stadt. Die meisten, auch der unglückselige Fürst, wurden abgeschlachtet. Varshava ergab sich einen Tag später.

Nachdem die Stadt eingenommen worden war, wurde Varshavas gefeierter Weltenbaumtempel des Wotan von den Darakhul niedergebrannt.

In den Flammen sahen viele Visionen von Ragnarök. Der Rauch hing monatelang schwer über der Stadt und die schwelende Asche soll mit magischer Macht erfüllt gewesen sein – man sagt, dass sie Ley-Linien in Unruhe versetzte und magische Kräfte in manchen auslösten, die ihren Dunst einatmeten. Die Priesterinnen der Roten Göttin haben an der Stelle den Bau einer riesigen Blutkathedrale der Marena begonnen, die sogar noch größer werden soll als der Tempel der Aprostala.

Gybick, Stadt der Schreiber

Gybick gedeiht durch seinen Buchhandel und hervorragende Buchhaltung. Vor der Invasion war die Stadt auch Zentrum der krakovischen „Mäuse“, dem Spionagenetzwerk aus Priestern von Loki und Wotan, die das Königreich genau im Auge behielten und nach Zeichen für Teufelsanbeterei und Vampirismus suchten sowie geheime Anweisungen des Königs ausführen. Die Bibliotheken und Kontore der Stadt wurden geplündert, doch die Untoten nahmen als Beute vor allem ausgefallene, prunkvolle Bücher; die „Mäuse“ bewahrten ihre kostbarsten Informationen in einfachen Folianten aus Kalbsleder auf.

Als die Stadt fiel, verbrannte die Meisterspionin Velda Lupei die Aufzeichnungen der Organisation, damit sie nicht in die Hände der Vampire fielen. Allerdings verbarg sie einige kostbare Bücher in einem extradimensionalen Raum. Diese enthielten Informationen über die erfahrensten Spione, besonders jene, die eine Rebellion anführen könnten. Ob Velda den Mut oder die Fähigkeit hat, diese verborgenen Agenten gegen Morgau einzusetzen, wird sich zeigen. Insgeheim plant sie, nach Dornig oder Jozht zu flüchten, sobald die Straße sicherer erscheint.

Lodezig, Stadt des Bernsteins

Lodezig, das wohlhabend und etwas isoliert vom übrigen Königreich ist, kontrolliert den Wasserweg des Runnelflusses, der bis zu den Wolkenwallbergen führt. Die Bürger der Stadt fürchten die Drachen, Rochs und Oger, die in den wilden Gipfeln leben. Die Stadt ist auf eine Insel in der Flussmündung gebaut und hat einen schlammigen und gefährlichen Hafen. Lodezig hat, jetzt wo der Handel mit den Gnomen von Niemheim zunimmt, an Bedeutung gewonnen; die Stadt verkauft außerdem Bernstein an die Nordländer.

Wallenbirg, Stadt der Kiefern

Wallenbirg, das für seine geschnitzten, farbenfrohen Holzspielzeuge, das Können seiner Bogenschützen und die Gefahren seiner Wälder bekannt ist, ist die krakovische Stadt, die am nächsten zum Tomierranischen Wald liegt. Holz und Holzkohle stellen den Großteil seiner Handelswaren dar, doch ist die Stadt auch Sitz der ehemaligen königlichen Jagdhütte und der Ausgangspunkt für Expeditionen in die Ruinen von Dorn. Wallenbirgs Mauern fielen während der untoten Invasion durch einen tödlichen Angriff der Darakhul – die Ghule strömten in großer Zahl über die Zinnen, um die Verteidiger der Stadt abzuschlachten.

Die Leichentuchfresser schätzen stets eine Jagd und Graf Warin, der Vampirfürst, der die Stadt jetzt regiert, nutzt den Wald, um menschliche Bauern und Feen gleichermaßen zu jagen. Die Kreaturen der Wälder sind nicht gerade erfreut darüber; die Männer des Grafen verschwinden und die Stadt spürt manchmal die Vergeltung der Feenwesen. Es führt zu stadtweitem Chaos, wenn Kinder einfach verschwinden oder Mäuse die Kornspeicher leerfressen.

Schloss Heidebirg

Diese eindrucksvolle, aus Ziegeln erbaute Burg an der Mündung des Yosthula-Flusses verteidigt das ganze Flussystem gegen nordische Plünderer, die vor allem in Langbooten und manchmal Karacken ankommen und sich in beiden Fällen mehr als 75 Kilometer flussaufwärts bewegen können,
wenn sie nicht aufgehalten werden. Heiderbirg ist das ehemalige Hauptquartier des Ordens des Sturms und heute eine Kommende für den Orden der Körperlosen Ritter unter der Autorität von Komtur Ciobanu, der wegen seiner Tapferkeit und seines taktischen Verstands auf dem Schlachtfeld kürzlich von Großmarschalln Hristina befördert wurde.

Einige der blutrünstigeren Ritter des Ordens des Sturms kehrten in das Schloss zurück, nachdem sie Mavros und der Blutpriesterin Sonye vom Speer Treue geschworen hatten – der junge Orden der Blutigen Klinge fällt ebenfalls unter Ciobanus Kommando. Überlebende, die die Treue zu Perun
gewahrt haben, sind nach Nordwesten geflohen, um sich den Schlächterzwergen von Jozht anzuschließen.

Schloss Tannenbirg

Das große Waldschloss Tannenbirg fiel in der ersten Nacht der Invasion an die Darakhul-Armee. Die Ghule drangen durch ein verborgenes Tunnelsystem in die Stadt ein, das den Untoten durch die Doppelagenten bekannt war, die sie in Krakovas Spionagenetzwerk eingeschleust hatten. Es folgte eine Nacht des schrecklichen Gemetzels, die damit endete, dass die Stadt niedergebrannt wurde. Seit der Eroberung ließ Fürstin Hristina die Festung wiederaufbauen, um die westliche Grenze zum Großherzogtum Dornig angemessen verteidigen zu können.

Schloss Yarosbirg

Yarosbirg, von dem nur noch Ruinen geblieben sind, war die dritte große Burg von Krakova und die Heimat des Ordens des Speers (der sich Sif verschrieben hat) sowie ein Kloster, das sich dem Licht, dem Glauben und der Zerstörung von Untoten gewidmet hatte. Yarosbirg wurde in der gleichen Nacht, in der Tannenbirg an die Darakhul fiel, von den Geisterrittern und Kriegerpriestern des Mavros eingenommen. Die Paladine und Kleriker von Sif kämpften tapfer gegen die Untoten, die in ihrer Mitte erschienen, indem sie auf ihren verderbten Rössern durch die Wände drangen. Als die Vampire und Ghule mit dem Abschlachten der Verteidiger begannen, trat Schwester Adelind, eine Schildmaid Sifs, vor und durchbohrte das Herz des berüchtigten Vampirfürsten Otmar des Bleichen, der zu Asche zerfiel. Ein Rudel Ghule umzingelte sie, doch Adelind kämpfte zornig weiter, bis sie schließlich zu Boden gerissen und verschlungen wurde. Ihr Tod inspirierte die anderen Paladine dazu, zu kämpfen bis auch sie überwältigt wurden.

Wer dem Gemetzel entkommen ist, erzählt die Geschichte von Schwester Adelind, wohin sie auch gehen. Als ihre Geschichte Königin Urzula zu Ohren kam, erklärte sie Schwester Adelind zur Märtyerin. Seitdem ist die Schildmaid zu einem Symbol der Hoffnung und des Widerstands für jene geworden, die sich gegen die Vampire stellen. Nach der Schlacht befahl Großmarschallin Hristina, Yarosbirg niederzubrennen, damit es als Gedenkstätte und ewige Gruft für ihren Vetter Otmar dienen konnte. Einige jener, die dieses Denkmal besuchen, lassen aber winzige Holzspeere und weiße Blumen zurück, als Gabe an die Heilige Adelind.