Reisen, Handelsmessen und Feierlichkeiten

Das Leben umfasst mehr als Ernte, Kriege und Steuern. Die Bewohner von Mythgart legen große Entfernungen zurück, um Handel mit abgelegenen Ländern zu treiben, und sie veranstalten Feiern und Handelsmessen, um andere dazu zu bringen, sie zu besuchen. Die Abschnitte unten beschreiben Reisen, Handel und Feiertage, die in Mythgart üblich sind.

Maultierkarawanen, Frachtkähne und Wagenzüge

Maultierkarawanen, Frachtkähne, Wagenzüge und sogar einige zwergische Luftschiffe transportieren von Frühling bis Spätherbst Waren, doch keiner der Verkehrswege ist ungefährlich: die Gefahr von Banditen, Goblins, Schnee und Lawinen, tödlichen Feenwesen oder noch schlimmeren Untoten erfordert Wachsamkeit und Vorbereitung. Die meisten Kaufleute transportieren ihre Fracht nur mit Geleitschutz.

Tabelle 1–3: Tagessold für Wachen

ArtSold (GM/Tag)
Kundschafter3
Bogenschütze2
Kleriker10
Armbrustschütze1
Vorreiter, zu Pferd6
Wagenmeister20
Magier12

Verdingung: Wagenmeister sind notorisch wählerisch, wenn es darum geht, wen sie anwerben, da sie Feigheit, Deserteure, einen Mangel an Kampffähigkeiten und – das Schlimmste von allem – das Herausgeben von Frachtinformationen und Zeitplänen an Banditen oder rivalisierende Händler fürchten.
In den meisten Fällen beginnen Neulinge als Kundschafter, Bogenschützen oder Armbrustspanner.

Bezahlung für Novizen, Veteranen und Helden: Ein Novize – egal welcher Art – ist nicht ausgebildet und erhält die Hälfte der üblichen Bezahlung. Ein Veteran des angegebenen Typs hat die 2. bis 4. Stufe erreicht und erhält die normale Bezahlung. Eine heldenhafte Wache der 5. Stufe erhält das Zehnfache der normalen Bezahlung. Der Lohn wird bei der sicheren Ankunft der Karawane an ihrem Ziel ausgezahlt.

Tabelle 1–4: Packtiere & Transportmittel

GegenstandVerfügbarkeitKosten (GM)
Kahn, klein20%2000
Kahn, groß10%5000
Wagen, offen, zwei Räder80%60
Packpferd, Saumtier80%100
Pferdezug25%1200
Maultier100%8
Maultier, zwergisch10%25
Maultierzug (50 Maultiere)40%800
Ochse90%15
Wagen, gepanzert10%2500
Wagen, Versorgung50%300
Wagen, abgedeckt50%500
Wagen, Kariv10%500

Reisezeiten im Frühling

In Tabelle 1-5 sind Schätzungen für Reisezeiten aufgelistet, zuerst für schnelle Pferde sowie Schiffsreisen und dann Reisen zu Fuß, per Maultierkarawane oder langsamen Wägen auf schlechten Straßen und durch die Wildnis. Dichter besiedelte Regionen erlauben schnellere Reisen. Die Schätzungen können bedingt durch Wind, Wetter, Gelände und Straßenbedingungen stark von der tatsächlichen Reisezeit abweichen.

Keine dieser Reisezeiten geht von der Verwendung magischer Vorrichtungen oder tiefergehender Magie wie Schattenstraßen oder Katzenschrittgassen aus.

Alle blauen Routen mit einer einzelnen Zahl sind weitgehend oder zur Gänze zu Wasser. Reisen auf dem Meer oder den Flüssen sind enthalten, um die Zeit für einige Einträge zu minimieren.

Gehe davon aus, dass alle Schiffsrouten mindestens 5 GM pro Tag für einen vertrauenswürdigen Passagier durch sicheres Wasser kosten oder 8 GM pro Tag (oder mehr) für gefährliche Gewässer. Die Kosten werden verdreifacht, wenn auch ein Reittier transportiert werden soll, und vervierfacht, wenn das Reittier ein Streitross ist.

Tabelle 1–5: Reisezeiten und Kosten im Frühling (Tage zu Pferd 7 zu Fuss)

NachBarsellaBemmeaCapleonCronepishtHarkeshKrakovaNuriaOrkasaReth-SaalTrioloValeraVidimZobeck
Von
Barsella9/122335/3935/44263245/4827/5222/2820/263531/37
Bemmea9/1225/3245/6939/481834/4148/5850/6127/3725/362629/43
Capleon2325/3224/391629/3811262811941/5520/30
Cronepisht35/3945/6918/3214/2127/418/1311/1610/1812/2022/3417/248/16
Harkesh3839/481618/3218/231246191725/3017/31
Krakova261829/3814/2118/2330/3514/1916/2120/3222/386/11
Nuria3234/411127/411230/351618161540/832/54
Orkasa45/4848/58268/13414/1916214/1931/3518/256/12
Reth-Saal47/5250/6128
Triolo22/2827/37117/121920/321629/3329/33232/4516/21
Valera20/2625/36912/201722/341531/3533/37234/4714/25
Vidim352642/5517/2425/30840/4818/2513/2332/4534/4710/18
Zobeck31/3729/4320/308/1617/316/1132/546/128/1416/2114/2510/18

Handelsmärkte

In jedem Sommer und bis zur Erntezeit versammeln sich die Bewohner der verschiedenen freien Städte und größeren Handelsstädte zu großen Messen, von denen sich viele auf bestimmte Waren spezialisieren: Tuche und Farben, Leder, Vieh, Eisenarbeiten, Schriftrollen und religiöse Ikonen oder verschiedene besondere Nahrungsmittel wie Bier, Wein, Käse oder Fisch.

Tabelle 1–6: Handelsmärkte

OrtMonat/DatumSpezialitäten
BemmeaMittwinterArkane Gegenstände, Zaubertricks, Vertraute
Marktgelände der BirkeLetztblattElfenarbeiten, Kräuter, Nüsse, Gedächtnistränke
BourgundRotblattParfüm, Seide, Spitze
CapleonGoldblüteFisch, Tee, Salz, Gewürze
CronepishtHochsommerPferde, Ochsen, Schafe
FriulaSaatBücher, Farben, Perlen, Schriftrollen, Pergament
KrakovarMittsommerBernstein, Fisch, Pferde, Blutmünzen
Kubourg-KantonsmarktGoldblüteKäse, Werkzeuge, Wolle
MaillonHerbstmondAlchemie, Keramik
MelanaMusterungRüstung, Messer, Waffen
TrioloDonnerGlas, Gewürze, Segeltuch
TrombeiLetztblattBier, Pferde
SalzbachRotblattGefärbtes Leder, Salz
ZigistadGoldblüteMetall, Wein
ZobeckMittsommerUhrwerk, edle Webereien, Schmuck

Bemma, Versammlung von Thoth-Hermes: Der bemmische Mittwinter-Jahrmarkt für Arkanisten und Buchbinder. Ausgelegt für Magier, Zauberer und andere Arkanisten, mit einigen Priestern von Thoth-Hermes.

Platz der Birke, Markt der Birkenkönigin: Tief in den Sommerlanden des Arbonesse-Waldes, mit einem Eingang irgendwo auf dem Neurabon-Fluss. Auf dem Jahrmarkt der Birkenkönigin wird alles von Zaubertricks und Elfenmänteln bis hin zu Erinnerungen, Fertigkeiten und Glück gekauft und verkauft. Ein gefährlicher Markt für die Arglosen. Die Schattenfeen besuchen den Markt oft.

Bourgund, Emporium des Rosenritters: Gleichermaßen kurzlebig und magisch ist dies vielleicht das flatterhafteste und flüchtigste Ereignis dieser Art. Hier geht es um Parfüms, Feenmagie, Duelle, die Ehre der Häuser von Dornig und die prahlerische Stärke der Alchemisten von Maillon. Direkt außerhalb der Grenzen von Bourgund sind kurz vor und nach dieser Veranstaltung Banditen ein großes Problem.

Capleon, Baronsmarkt: Gewürze, Salz, Tee und mehr werden am Baronsmarkt gehandelt. Er ist berüchtigt für Spionage, Intrigen und Attentate.

Cronepisht, Pferdemarkt: Tiere aller Art werden auf dem Markt von Cronepisht verkauft, vor allem Schafe, Ochsen und Rinder, aber auch Monster wie Winterwölfe, Doppeladler, Hundemaulwürfe und sogar einige Vertraute. Der exotischste Tiermarkt außerhalb von Harkesh, Mhalmet oder Nuria.

Friuilas Schreibermesse: Im Frühling spielen sich die Friulaner (das eine Mal) als gute Gastgeber auf und laden die Welt ein, ihre Perlen, Farben, Bücher und Schriftrollen zu kaufen. Besucher können Bücher und Schriftrollen mitbringen, um sie zu verkaufen; dies ist eine gute Methode, um in Friula etwas Geld zu machen.

Krakovar, Bauernmarkt: Auf dem Markt wird mit Fischen und Pferden, Bernstein und Birkenrinde, Leinen, Honig und vielem anderen aus den Dörfern Krakovars gehandelt. Ein Rivale für den Mittsommermarkt von Zobeck, aber dienlich für die Nordlande und (in letzter Zeit) die Ritter und Soldaten von Morgau.

Kubourg-Kanton, Zwergtreff: Der Kubourg-Kantonsmarkt ist viel mehr als eine Handelsmesse. Hier gibt es zwergische Eisenarbeiten, Aufträge und Ausrüstung für Söldner, Käse, Wolle und viele, viele Klingen. Hier erhält man auch gerichtliche Urteile zu Fragen der Kantongesetze, der Wahl von Hallenhäuptlingen, eine Gelegenheit für die Zahlung von Brautpreisen und Wergeld sowie wilde Messen für Ninkash (die Außenstehende als betrunkene Schlägereien in Bierhallen betrachten würden).

Maillon, Alchemistenversammlung: Die seltsamen Bewohner von Maillon warten bis nach der Ernte und verkaufen dann alle Tränke, die sie übrig haben, bevor der Winter beginnt. Einige bemerkenswerte Gebräue sind hier verfügbar, aber auch viele Fälschungen. In den letzten Jahren ist ein Nebengewerbe mit Keramikbehältern und Kupferarbeiten entstanden.

Melana, Waffenschmiedemarkt: Die Schmiede von Melana verkaufen jedes Jahr große Mengen an Eisen und Waffen an ihre Vettern in den Kantonen und gleichermaßen an die Söldner der Sieben Städte. Die ganze Stadt stinkt tagelang nach Öl und Eisen.

Triolo, Flottenmarkt: Der Flottenmarkt begann als Gelegenheit, um die triolischen Schiffe und Kaufleute der Mittelsee mit Segeltuch und Seil zu versorgen. Heute verkaufen die Trioler auch viele Gewürze und Glas. Traditionell findet der Markt auf der Sphingeninsel am Hafeneingang statt.

Trombei, Markt der Goldenen Ceres: Wenn dir Bier und Pferde egal sind, hast du keinen Grund, Trombei für diesen Markt zu besuchen. Wenn diese Themen jedoch von Interesse für dich sind, gibt es nirgends sonst so viel Pferdefleisch und so viele Nächte trunkener Gelage.

Salzbach, Salzmarkt: Das Salz von Salzbach wird jeden Herbst an den Meistbietenden verkauft und mit auf die Straßen gebracht, ehe der Winter anbricht. Ein stiller Handelsmarkt mit wenig Feiern aber viel Geld, das den Besitzer wechselt.

Zigistad, Weinwoche: Winzer verkaufen Fässer voller Wein, Zwerge verkaufen Erzbarren und jeder geht zufrieden nach Hause. Ein wildes Fest in einer frommen Stadt, das manchmal zu Schlägereien und Verhaftungen führt. Zentauren sind ausdrücklich nicht willkommen. Elfengezeichnete Priester des Baccho sehen dies manchmal als guten Ort, um die Gebote des schwindenden Glaubens zu predigen, und halten mindestens eine Trinkermesse während der Woche ab.

Zobeck, Mittsommermarkt: Hier gibt es die edelsten Webereien, den ausgefallensten Schmuck, Uhrwerke und manchmal den Besuch einer fliegenden Stadt aus Sikkim. Der Zobecker Markt ist ein unvergleichliches Spektakel, und in letzter Zeit haben Schattenfeen sogar Mondstahlwaffen und Gedächtnistränke mitgebracht, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Bei seltenen Gelegenheiten versteigern die Greifenritter ein überzähliges Greifenei.

Wichtige Festtage

Als Erholung von den Mühen und Gefahren des alltäglichen Lebens markieren die Feiertage eines Kalenders eine Reihe von Festlichkeiten, Riten und manchmal Prozessionen, die den Wechsel der Jahreszeiten zeigen, an große Zeiten des Sieges gedenken und den Frommen Gelegenheit geben sollen, nachzusinnen und ihren Göttern zu dienen.

Neujahrsmorgen

Beim ersten Anzeichen des Frühlings beginnt das Neue Jahr, wenn das Licht von Lada der Goldenen die bösen Geister vertreibt oder wenn das Feuerwerk der Magier denselben Zweck erfüllt. Der Festtag beginnt in den Morgenstunden mit einer Prozession zur Stadtmitte, um den Sonnenaufgang zu erwarten. Sobald die Sonne am Himmel steht, hauen die Feiernden auf Töpfe und läuten Glocken, um das Unglück zu vertreiben und das Glück für das kommende Jahr willkommen zu heißen. Unter Familienmitgliedern werden oft Geschenke ausgetauscht, und vielerorts gibt es Aberglauben darüber, was man am ersten Tag des Jahres tun kann und was nicht. Beispielsweise sollte die Speisekammer gut gefüllt sein, man sollte nicht das Haus verlassen oder einen Korb mit Essen am Vorabend auf die Schwelle stellen.

Musterungstage

Die Zeit der Kampagnen beginnt früh im Frühling (besonders in den Sieben Städten) und die Musterung ist der Tag, an dem Soldaten bei ihren Hauptleuten vorsprechen müssen, Hauptleute bei ihren Fürsten, und Fürsten bei ihren Königen. Es ist ein Tag der Schwüre, an dem Bauern-Heerbanne zusammengerufen werden, und an dem Überfälle, Krieg und Handel beginnen. Der Feiertag geht über drei Tage: einer, um zum Festtag zu reisen, ein Tag für Eide und Verträge und dann ein Tag der Segnungen und Gebete an Mavros, ehe in den Krieg marschiert wird.

Der Festtag wird weithin im Magdar-Königreich, in Bourgund, Verrayne und Melana gefeiert und dient als Initiierung für junge Krieger, die „Musterungsduelle“ gegeinander austragen, um einen „Auserkorenen von Mavros“ zu bestimmen.

Das verschiebbare Datum des Feiertags wird vom örtlichen Priester von Thor, Perun oder Mavros festgelegt. In Anbetracht von Wetter und Klima hängt das Datum des Feiertags auch vom Zustand der Straßen und Flüsse ab. Im sonnigen Süden kann die Musterung in der ersten Woche der Frühschmelze stattfinden (oder sogar in der letzten Woche des Tiefwinters). Im Norden findet die Musterung selten in der Frühschmelze statt, sondern eher in der ersten oder zweiten Woche der Saat.

Frühjahrsriten

Die Priester von Yarila und Porevit, Druiden, Dorfälteste oder weise Frauen stehen dem Fest der Saat und Fruchtbarkeit zur Tag-Nacht-Gleiche vor. Die Priester segnen die Felder und Herden und beten für ihre Gesundheit und eine erfolgreiche Ernte. Die Frommen sprenkeln Wein und manchmal Lämmerblut auf die Felder, und junge umwerbende Paare eilen nach Einbruch der Dunkelheit auf die Felder, um eine eigene Saat auszubringen.

Die Frühlingsriten sind im Mharoti-Reich ein wenig gefährlicher und werden als das Eierfest bezeichnet. Drachen ziehen sich aus ihren üblichen Revieren zurück, um ihre Nester zu bewachen, während ihre Vasallen und Unterstüzer eine Woche lang Wache halten. Diese endet mit dem Schlüpftag, einem Tag der freudigen Feiern, wenn junge Kobolde, Drachenblütige, Wyvern, Drachlinge und manchmal sogar Drachen ihren ersten Geburtstag haben. Tatsächlich schlüpfen wirklich viele zu dieser Zeit, doch selten genau zur Tag-Nacht-Gleiche.

Der zweite Tag der Frühjahrsriten ist der Tag der Missherrschaft. An diesem Tag wird ein Kind zum Hohepriester ernannt oder zu König oder Königin gekrönt. Um das Fest zu feiern, trägt ein Kind eine Krone oder volle Priestergewänder und erteilt Anweisungen, die die Erwachsenen zu erfüllen versuchen, doch oft führen diese Befehle zu einem Tag voller Chaos und Verwirrung. Das Fest ist besonders beliebt in den Sieben Städten, der Magokratie von Allain und dem Großherzogtum Dornig.

Kronenfest

Die meisten Nationen feiern die Geburt oder Krönung eines adeligen Herrschers. Das Größere Herzogtum Morgau ehrt die Krönung von Fürst Lucan vor 310 Jahren sowie seinen jüngsten Aufstieg als König in der Goldblüte, und die Bewohner des Reichs machen seinem Hof 12 schöne Jungfrauen zum Geschenk. Das Mharoti-Reich feiert den Pakttag zwischen den ersten Drachen und dem Gründer Mharot, indem das Volk den Drachen Tribut zollt und den Treueschwur gegenüber dem Sultan erneuert. Im Magdar-Königreich schenkt die Königin allen, die während des Kronenfests ihren Palast besuchen, Brot und Oliven.

Sommerfest

Das Sommerfest, ein Feiertag voller Wärme, Handel, Eiden und Freundschaft, findet bei der Sonnenwende an einer Kreuzung oder einem Festplatz statt. Das Sommerfest ist eine beliebte Zeit für Eheschließungen und Verlobungen, Pferdehandel und fairen Handel mit Fremden sowie alten Freunden. Priester von Volund sind besonders begehrt und segnen Ambosse und Vieh, bewachen das Geld für Wetten und handeln Eheverträge aus. In Zentren wie Triolo, Capleon, Salzbach und Zobeck geht für einen Tag das Fest dem Handel vor.

Erntetanz

Im hellen Licht des Erntemonds, nachdem die Garben gesammelt und das gedroschene Korn in die Getreidespeicher gebracht wurde, feiern die Bauern spät in der Nacht mit Tänzen. Tanz, Glücksspiel und Fröhlichkeit bestimmen den Abend und Musik, Wettrennen und sogar magisches Feuerwerk sind manchmal Teil der Feiern. Das Fest nimmt in jeder Nation andere Formen an, doch alle Bauern und Adeligen sind am Ende der Anbauzeit dankbar, besonders gegenüber Ceres oder Ninkash oder Baccho. Geschäfte, Werkstätten, Gildenhäuser und Schmieden schließen alle während des Erntetanzes, nur Tavernen, Herbergen und Schreine haben geöffnet.

Laternenfest

Einen Monat nach der Wintersonnenwende, wenn die Nacht dunkel ist und der Frühling weit entfernt scheint, feiern die Leute die Rückkehr der Sonne mit einer Parade von Laternen und Kerzen. Sie schicken Gebete an Lada, Khors und Aten und feiern aufwendige Zeremonien mit Kerzen, Laternen, Erleuchtungsmagie und manchmal Laternen- oder Kerzendrachlingen. Als Teil des Laternenfestes könnte sich etwa eine singende, von Fackeln oder Kerzen erhellte Parade durch die ganze Stadt bewegen; anderswo werden kleine schwebende Lichter als Teil einer Sonnenmesse in den Himmel geschickt. Für die Kinder endet das Fest früh, für die Priester und die Frommen, die die ganze Nacht über Wache halten, jedoch erst am Morgen.

Kleinere Festtage

Axtfest: Das Axtfest, ein seltenes Fest, das während eines roten Mondes oder einer Mondfinsternis gefeiert wird, ist eine verheißungsvolle Zeit, um Opfer für Hekate oder (für jene mit dunkleren Neigungen) Marena, der Roten Göttin, darzubringen. Blutriten, Entführungen und rituelle Folterungen können die Feierlichkeiten trüben, doch einige Magier und Hexen schwören auf die Macht des Fests zur Fertigung neuer magischer Gegenstände.

Herausforderung des Bärenkönigs: Jedes Jahr ruft der Bärenkönig in Björnreik oder in den Ländern der Feen in der Umgebung die Starken und Weisen zu einer Reihe von Herausforderungen auf. Jedes Jahr sehen die Herausforderungen etwas anders aus; mit alten und neuen Wettkämpfen, und jedes Jahr wird der Gewinner des Wettstreits zum König der Bären gekrönt – und, so sagen manche, in einen neuen Bärling verwandelt! Es ist ein Fest, über das in den Liedern und Gedichten der Feen viel erzählt wird, obwohl die Versammlung selbst nicht übermäßig groß ist.

Gespensternacht: Dieses Goblinfest, das auch als Vettelnacht bezeichnet wird, wird mit Masken, Anrufungen der Ältesten und Kerzenopfern gefeiert. Die Gespensternacht ist der erste Neumond im Winter, wenn es am dunkelsten ist. Manche Feiernde rauchen oder singen Totenlieder und erhoffen sich Antworten von verstorbenen Vorfahren.

Nacht der offenen Strassen: Der erste Wintermond ist eine gute Zeit, um mit Vorfahren und Geistern der Toten zu kommunizieren. Das Fest ist besonders heilig für Charun, Fürst der Toten. Es ist auch eine ungewöhnlich gute Zeit, um ins Schattenreich zu reisen, Portale zu öffnen, geheime Schreine zu erbauen oder die Toten zu erwecken. Daher ist es bei Nekromanten beliebt. Besonders in Dornig und den Sieben Städten sind die Feierlichkeiten an diesem Tag üblich.

Schlachtfest: Das Schlachtfest, das auch als Brauerfest bekannt ist, konzentriert sich auf Fleisch und Getränke: das Schlachten im Herbst und das Trinken des ersten Biers der Saison unter der Aufsicht der Kleriker von Ninkash. Die geschlachteten Tiere werden für den Winter geräuchert oder eingesalzen, und das beste Bier wird von der Göttin (oder ihren Priestern) gekürt. Trombei richtet die größten Feierlichkeiten zum Schlachtfest aus. Priester des Jägers feiern ebenfalls an diesem Tag, doch grundsätzlich nur im dunklen Wald; Geschichten behaupten, ihre Opfer seien immer ein erwachsener Mann oder eine erwachsene Frau. Das Opfer werde durch den Wald gejagt und seine gekochten Knochen später auf dem Altar des Jägers platziert.