Der Margreve-Wald ist uralt und war bereits alt, als die meisten Götter noch jung waren. Seit undenklichen Zeiten barg er die großen Geister der Natur und sein Lehm spürte die Schritte der uralten Götter von Elfen und Baumhirten. Als die Jahrtausende vergingen, verschluckten seine Wurzeln Flüsse, sein Wipfeldach raubte die Sonne von großen Landstrichen und seine Haine krönten Berge, die seitdem zu Hügeln abgetragen wurden.
In all dieser Zeit hat sich der Margreve nur wenig verändert. Die Geschichte findet um ihn herum statt, brandet an seine Ränder wie das Meer an die Küste, doch dringt sie niemals wirklich ein. Auch wenn Königreiche jenseits seiner Grenzen aufsteigen und fallen, ist der Margreve eine Welt für sich – ein Ort, an dem Erinnerungen und alte Magie in den Ringen der Bäume verweilt und neue Ideen und Wege niemals Wurzeln schlagen.
Der Margreve ist ein seltsames Reich, das nach eigenen Regeln lebt, und birgt gleichermaßen Wunder und Schrecken. Die wenigen Regionen, die die Menschen gut kennen, haben einen bösen Ruf und sind es nicht wert, ein Risiko einzugehen, auch wenn das Betreten vielleicht lohnend sein könnte. Jedes Jahr entscheiden sich aber einige tapfere Seelen, die alten Geschichten und Warnungen zu ignorieren. Die meisten kehren niemals zurück.
Der Margreve war lange der private Besitz von Haus Stross und hat noch immer eine gewisse gedämpfte Atmosphäre von wildem Verfall und adeligem Privileg. Händler bewegen sich nur leise durch die tiefen Wälder, um buchstäblich halsbabschneiderische Banditen, heulende Barghests und sogar Kobolde, die erbittert ihre geheimen Minen verteidigen, zu meiden.
Gleichzeitig sprechen die ungezähmten Regionen des Margreve die Lust der Zobecker auf Reichtum an. Der Wald bietet das Bauholz, aus dem die Kähne der Stadt entstehen, das ihre Schmieden befeuert und ihre Silberminen stützt. Der Lärm der
Kobold-Bergleute, Förster und Kaufleute, die sich über die Lange Nordstraße bewegen, nimmt jedes Jahr zu. Die Stille kehrt nur im Winter wieder ein. Die Straße bringt Waren aus den Städten der Roten Königin von Courlandia, den Untoten des Blutkönigreichs und den Niemheim-Wäldern zu den Ufern des Argent. Die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen dieser Route und dem Fluss, bringt Zobeck die Hälfte seines Wohlstands als Handelszentrum ein.
Natürlich beschützen Burgen und Türme die Straße.
Greifentürme
Die berühmtesten Burgen sind die zwölf Greifentürme. Acht von ihnen stehen an der Straße, die anderen bewachen die Jagdhütten, Minen oder mächtigen Quellen der Magie. Die meisten Leute gehen davon aus, dass sie ihren Namen wegen des Greifens tragen, der in ihre Mauern graviert ist, doch das war nur das Zeichen der Stross-Grenzwachen.
Haus Stross erbaute die Türme für seine Greifenreiter, eine Elitekompanie aus Kurieren und Schockkavallerie, und sie dienten als Ställe, Nistplätze und Schlafplätze für die Tiere und ihre Reiter. Der knauserige Stadtrat der Freien Stadt zahlt nicht mehr für den Erhalt diesr Außenposten und hält seine eigenen Greifenreiter näher an der Heimat.
Jetzt sind die Margreve-Greifen außer Kontrolle. Es gibt eine schwarze und eine gefleckte Variante und den Unterschied zu kennen, ist wichtig.
Die schwarzen Greifen sind aggressiver und lieben Pferdefleisch; einige behaupten, sie seien die Reittiere von Feen. Die gefleckten sind scheu, zähmbar und können passenden Helden als Tiergefährten dienen.
Schloss Schattenfels
Diese schwarze Steinruine war einst das Zuhause von Haus Stross (und wurde damals auch Schloss Stross genannt). Sie liegt im Wald und wird spärlich von mürrischen Zwergen und einigen menschlichen Ausharrern bewohnt. Das Dorf darunter brannte in der Nacht nieder, als Zobecks Rebellen die Männer, Frauen und Kinder von Haus Stross an den Zinnen aufhängten. Seitdem hat der Ort einen bösen Ruf; es ist ganz klar, dass es dort spukt und vom Dorf sind nur noch wenige Feuerstellen übrig.
Die Ruine liegt einen Tagesritt nördlich der Orosbrücke. Die Freie Armee hatte hier einige Jahre lang einen Posten, doch gab sie ihn auf, als unerklärliche Todesfälle zunahmen. Viele glauben, die Ruine sei von Feen und dunklen Erinnerungen heimgesucht, doch die nahegelegenen Vesslau-Silberminen werden bis zum heutigen Tag aktiv von Goblins betrieben.