Ley-Linien und Schattenstraßen

Mythgarts Ley-Linien machen es zu einem Ort, an dem Magie vielleicht nicht alltäglich, jedoch Teil der Landschaft und oft Auslöser von Fehden, Untersuchungen und Mysterien.

Zwei der wichtigsten Spielarten von Magie sind die Fähigkeiten, Ley-Linien zu verwenden, um Zauber zu erweitern und zu verstärken (Details findest du im Handbuch der Helden) und sie zu nutzen, um große Entfernungen zurückzulegen. Das zweite dieser Werkzeuge sind Schattenstraßen, die in Dornig und unter Elfen Feenstraßen genannt werden. Auf diesen Straßen reist man nicht durch die Welt der Sterblichen, sondern auf mystischen Kanälen der Macht durch das Schattenreich. So lassen sich hunderte oder sogar tausende von Kilometern in Tagen zurücklegen.

Vor langer Zeit trieben elfische Arkanisten ihre mystischen Wege durch die dunklen Wälder und unheimlichen Tunnel des Schattens. Sie vertrieben die Schattenhunde und anderen seltsamen Bestien, errichteten Mauern, Wege über Flüsse und schmiedeten Mithralbrücken über bodenlose Abgründe. In der Blütezeit ihres Reichs bewegten sie sich frei durch den Schatten, so mühelos wie ein Mensch eine Zugbrücke überqueren würde. Doch im Burggraben des Schattens lauerten Dinge.

Ley-Linien

Ley-Linien sind die Schuppen von Veles, die Knochen der Welt, das Blut, das Mythgart zum Leben erweckte und seine Magie stark macht. Sie sind unsichtbare Flüsse der Macht und das verbindende Element von Schattenstraßen und uralten Bannzeichen sowie der Zauber von Lichs und Lebenden gleichermaßen. Anders gesagt sind Ley-Linien die Energiequelle der Feenstraßen, doch nicht jede Ley-Linie muss auch eine Straße sein. Die meisten kleinen Ley-Linien verfügen nicht über die Macht, um eine große oder dauerhafte Straße aufrechtzuerhalten. Die Ausnahme sind die stärksten und titanischsten Ley-Linien und einige wenige Ley-Linien, die von gerissenen Schattenfeen oder Elfen als Schattenstraßen geöffnet worden sind.

Als Energiequellen speisen Ley-Linien gleichermaßen arkane als auch göttliche Magie an den meisten Orten in Mythgart. Sie sind für normale Augen unsichtbar, doch für erfahrene Zauberwirker mit dem Magiertalent Nurier (siehe Handbuch der Helden) sind sie als leuchtende Fäden oder Bänder aus Licht sichtbar. Trotz ihrer Macht sind Ley-Linien nicht universell; einige Regionen haben keine nennenswerten Ley-Linien (wie der Verwüstete Westen), in anderen sind sie schwer zu finden (Ley-Linien sind unter der Erde besonders selten).

Ley-Linien sind auf der Weltkarte als farbige Linien über Meer oder Land eingezeichnet. Viele haben einen bestimmten Namen oder ein besonderes Aussehen für Arkanisten, die mit ihnen arbeiten, und die Reisenden, die sie als magische Straßen verwenden.

Einordnung der Ley-Linien

Es gibt drei Arten von Ley-Linien: schwach, stark und titanisch. Schwache Ley-Linien sind fast überall zu finden; sie wirbeln im Wind, gurgeln am Bett eines Bachs und erheben sich aus Menhiren und uralten Bäumen. Kreuzungen ziehen manchmal schwache Ley-Linien an, ebenso wie Brücken.

Schwache Ley-Linien findet man allerdings nicht in geweihten heiligen oder unheiligen Gebäuden oder auf frisch gepflügter Erde. Dies kann ihre Wirkung für eine Weile unterdrücken, doch Ley-Linien kehren meist zurück, wenn der Tempel fällt oder Regen oder Pflanzenwachstum der Erde ihre Lebenskraft wiedergeben.

Starke Ley-Linien findet man an Orten mit großem magischen Ruf. Dies sind oft Orte, an denen Elfen, Drachen und andere magische Völker siedeln. Man findet sie auf Anhöhen, an Flussmündungen, in Steinkreisen, Druidenhainen, elfischen Ruinen, tiefen Schluchten, auf Felsnadeln und an ähnlichen Orten. Titanische Ley-Linien sind sehr selten und manchmal kurzlebig. Man findet sie an weit entfernten Orten, im Herzen großer Tempel und an anderen besonderen Orten wie dem Turm von Boreas. Wunder der Natur, wie die Gipfel gewaltiger Berge, hoch aufragende Klippen, Vulkane, das Zentrum eines großen Waldes oder das Herz eines Gletschers dienen oft als ihre Anker. Mächtige Dämonen, alte Drachen und andere Kreaturen unglaublicher Stärke bauen oft ihren Hort auf titantischen Ley-Linien, um die eigene magische Macht noch weiter zu mehren.

Weitere Regeln zu Ley-Linien findest du im Handbuch der Helden.

Jede Art von Ley-Linie hat einen bestimmten Wert und ein bestimmtes Machtniveau. Schwache Ley-Linien können nur Zauber mit Grad 0 bis 3 verstärken, starke Ley-Linien funktionieren bis zum 6. Grad und titanische Ley-Linien können Zauber aller Grade mit Macht erfüllen. Sie erlauben es dem Anwender, seine Magie auf verschiedene Arten zu stärken, von denen viele arkanen Zauberwirkern schon bekannt sind, andere hingegen gänzlich neu. Auch wenn diese Effekte extrem nützlich sind, funktionieren sie doch nur, wenn sie vom verborgenen Licht der Ley-Linien selbst erfüllt sind – einige Regionen haben keine Ley-Linien, nicht einmal schwache.

Namentlich bekannte Ley-Linien und ihr Charakter

Ley-Linien sind Straßen, Quellen von Macht und Verbindungen zwischen der sterblichen Welt und anderen Ebenen, vor allem dem Reich der Schatten. Es folgen mehr als ein Dutzend der bekanntesten Ley-Linien und Straßen, jede davon stark genug, um einen Namen und einen bestimmten Charakter zu haben.

Engelsstrasse: Diese titanische Ley-Linie, die Verbindungen über den Nuria-Fluss zu den Gidigiga-Hügeln im Osten hat, diente den Göttkönigen von Nuria Natal und den Engelsherrschern von Ishadia. Sie brennt in feurigem Licht und Hitze und erinnert an eine Wüste aus endlosem, flüsterndem Sand – mit wenigen Karawansereien, die von Dschinnen, Elementargeistern, Engeln und Halbgöttern bewohnt werden.

Schützensteig: Die äußere Ley-Linie des Großherzogtums Dornig wird von den Elfen gut gepflegt und scheint immer ein Wald aus Schatten, unheimlichen Vogelrufen und raschelnden Blättern zu sein. Schattenfeen, monströse Riesen und andere Kreaturen sind häufiger als sie es einst waren, doch die Feenportale, die hinein- und hinausführen, sind in den verschiedenen elfischen Festen und Häusern gesichert.

Bärenhöhle: Die Bärenhöhle verbindet die westlichen Sieben Städte mit den Ruinen von Al-Rassor und erinnert an eine Reihe gewaltiger Höhlen, unterirdischer Flüsse und Wege durch Schluchten. Es heißt, dass eine illusionäre oder traumhafte Version von Al-Rassor noch immer auf der Seite des Schattenreichs zu finden sei.

Schwarze Strasse: Die Schwarze Straße umgibt Morgau und führt durch den Margreve. Sie ist ein nächtlicher Wald, in dem immer Eulen und große Raubtiere auf der Jagd sind. Es handelt sich um eine sehr mächtige, aber extrem gefährliche Schattenstraße, die jedoch für Druiden und Untote recht zahm ist. Diese finden hier gesellige und gesprächige Waldtiere, von Fledermäusen, Füchsen und Bären bis hin zu Rehen und Glühwürmchen.

Dämonenbergstrasse: Diese Ley-Linie, die an ihrer Quelle am Dämonenberg korrumpiert wird, wird von rothenischen Schamanen angezapft, doch selten wagt jemand, auf ihr zu reisen. Die Dämonenbergstraße wird von Gespenstern, Geistern, Teufeln, Dämonen und untoten Zentaurengeistern heimgesucht und soll die Seelen all jener enthalten, die im Lauf der Jahrhunderte vom Meister des Dämonenbergs getötet wurden. Sie ist extrem freundlich gegenüber Nekromanten, Diabolisten und Blutmagiern, die oft feststellen, dass ihre Magie von der Ley-Linie irgendwie verstärkt oder verbessert wird.

Drachenwindung: Diese Ley-Linie, das Herz der Elementarmagie der Mharoti, versorgt die meisten größeren magischen Werke des Drachenreichs. Drachen kämpfen um das Land, wo sich ihre Rinnsale bewegen, und ihre verschiedenen Portale werden allesamt von den Morza und Timarli kontrolliert, so wie auch die Portale in Dornig kontrolliert werden. Es handelt sich um ein sehr sicheres Netz von Straßen – zumindest für die Drachenkinder. Jambuka dürfen nicht auf der Drachenwindung reisen und einige Drachenkindern murren, dass sie sie nicht einmal besudeln sollten, indem sie versuchen, ihre haarige, fremdländische Magie an ihr zu stärken.

Glücksstrasse: Die liebste Ley-Linie der wandernden Kariv östlich von Hugigrad ist oft leer, doch manchmal kann man auf ihr ganze Klans von Karivs finden, wenn einer ihrer Anführer eine Abkürzung nehmen will und bereit ist, das Risiko einzugehen. Diese Schattenstraße wird oft vom Rabenvolk oder sogar Zentauren verwendet; Reisen auf ihr Außenstehende oder schlechte Geomanten, kann dies mitunter Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern. Gelegentlich, so erzählt man sich, stolpert ein junger Mann von der Glücksstraße und trifft seinen Sohn oder seine Tochter – viel älter als er selbst!

Grossmuttersteig: Baba Jagas bevorzugte Ley-Linie dient ihr und ihren Töchtern und Dienern und ist die Heimat verschiedener wandelnder Bäume, gewaltiger, schrecklicher Vögel und anderer merkwürdiger Kreaturen. Jeder, der sie als Schattenstraße nutzen will, sollte schnell und verstohlen sein. Großmutter ist nicht besonders gut auf Eindringlinge zu sprechen, doch scheint es eine Übereinkunft zu geben, die es bestimmten Perunaliern und Mitgliedern des RunkestadKollegs erlaubt, den Steig zu verwenden, im Austausch für Zugang zum Grauen Weg oder andere Dienste.

Grauer Weg: Eine merkwürdige, neblige Ley-Linie, die als Schattenstraße schwierig zu beschreiten ist. Sie verbindet Valogrod, die alten Sommergärten der Elfen, Reth Saal und Cogelu. Ihre Macht scheint gedämpft und Besucher glauben, dass die Gnome oder Schattenfeen sie irgendwie verwunschen haben, um das Reisen auf ihr zu verlangsamen.

Heulerstrasse: Diese uralte Schattenstraße, die von Corremel über Saph-Saph nach Cindass führt, erinnert immer an eine Reihe prachtvoller Häuser, Oasen, Bootskanäle und Gärten, sodass die Reise viel kühler und zivilisierter ist als auf dem Rücken eines Kamels oder sogar auf einem fliegenden Teppich. Allerdings sind Magier und Geomanten, die die Macht der Heulerstraße nutzen, immer überwältigt vom Drang, ihre Zauber zu heulen, anstatt sie nur zu sprechen, was der Ley-Linie ihren Namen gibt.

Huginns Pfeil: Auf den Niederengen verbindet der Pfeil die kleinen Königreiche der Nordlande und ist extrem beliebt unter den Barden von Skaldholm und beim Rabenvolk. Zusammen halten diese beiden Gruppen sie weitgehend sicher und vertreiben Schattenkreaturen, Trolle und Schneegoblins, die manchmal magische Macht an einem ihrer Rinnsale oder Portale zu sammeln scheinen.

Leviathansstrasse: Die Leviathansstraße, die für einen Großteil ihrer Länge fernab des Landes durch den Ozean verläuft, ist durch bemmische Runen verknotet und abschnittsweise ein kalter, eisiger Ort. Die Geomanten, die ihre Macht anrufen, beschweren sich oft, dass ihre Knochen von der Kälte schmerzen.

Lokis Brücke: Lokis Brücke windet sich um eine Insel und führt nordwärts zu den Ländern der Riesen und Trolle. Sie ist eine kalte Straße, die von Trollblütigen, Bärlingen, zwergischen Schamanen sowie Riesen und Walküren verwendet wird. Die meisten, die eines ihrer Portale öffnen, beschweren sich über den Schnee und die Kälte. Einige behaupten, dass jedes Mal, wenn sie auf der Brücke reisen, Gegenstände aus ihren Rucksäcken und Taschen gestohlen werden.

Lotusstrasse: Die Lotusstraße führt von Mhalmet über Shibai in den Osten. Es handelt sich um einen halbwegs sicheren Weg für die Mächtigen, aber dies gilt deutlich weniger für die Armen und Schwachen. Sie soll manche Arkanisten und Reisende verschlingen, wenn die Rituale nicht richtig ausgeführt werden; andere behaupten, dass einfach ein korruputer Erzmagus einige Reisende pro Jahr tötet, um den Verkehr hinter dem Jadeturm gering zu halten, ein Orientierungspunkt, der Reisenden stets auf halben Weg auf der Jadestraße erscheint. Beschwörer und Geomanten, die die Macht der Lotusstraße nutzen, riechen Blumen und eine frische Brise; man sagt, dass die Ley-Linie einen geheimen Pfad in die Sieben Himmel birgt.

Pontoretto: Diese Ley-Linie, die durch das Herz der Sieben Städte führt, soll bei den valerischen Elfen beliebt gewesen sein und eine direkte Verbindung zu den Sommerlanden von Silendora ermöglicht haben. Diese Verbindung ist schon lange unterbrochen, doch ist die Ley-Linie gut erhalten und stark, ein Zeugnis der Arbeit der elfischen Geomanten vor Jahrhunderten.

Rabenstrasse: Diese gut erhaltene Ley-Linie führt von Trollheim über Vidim nach Domovogrod und dient vielen gestaltwandelnden Schamanen, menschlichen Magiern und Geistersprechern der Trollblütigen – doch ihre wahren Herren sind das Rabenvolk, das sie patrouilliert, sie bewacht und sie vor Schattenfeen, Wintermonstern und Riesen beschützt. Es heißt, dass die Rabenstraße auch mit Valhalla verbunden sei, oder zumindest dass ein Zweig von ihr Yggdrasil bewässert.

Rote Strasse: Diese Ley-Linie, die durch ständige Verwendung mächtiger Magie erschöpft wurde, sickert von Uqmal über Xirdalan und östlich nach Khandiria. Khandirier, Mharoti und Ishadier haben die Ley-Linie in der Roten Einöde für Kriegsmagie verwendet, sodass wenig von dem übrig blieb, was einst eine Ley-Linie war, die in epischen Versen gefeiert wurde und als „Großer Fluss der Wahren Könige“ im Gedächtnis geblieben ist. Heute kennzeichnen gesprungene Obelisken ihren Weg und einige Geomanten behaupten sogar, dass sie gänzlich schwindet.

Gelehrtenpfad: Eine seltsam ruhige Straße voller aufsteigender Wolken, merkwürdiger Bäume und zahllosen Runen, die in jeden Stein und jede Mauer gekratzt sind. Es wird davon ausgegangen, dass sie irgendwie von den Drachenträumen von Mharot beeinflusst wird, und manchmal wird sie als Nebenfluss oder untergeordnete Ley-Linie zur Drachenwindung gesehen. Sie ist relativ sicher für Drachenkinder aller Art, doch weitaus weniger sicher für alle haarigen Völker.

Schattenstrasse: Diese Ley-Linie in der Nähe von Zobeck ist eng mit dem Schattenreich verbunden und wird von den Schattenfeen kontrolliert. Sie führt bis nach Friula. Einst war sie beliebt bei Kaufleuten und Gelehrten, doch heute wird sie vor allem verwendet, um den Hof der Schattenfeen zu besuchen, da ihr einziges sicheres Ziel das Schattenreich selbst ist. Magier und Geomanten, die ihre Energie verwenden, spüren immer ein flüchtiges Gefühl von Verdruss, Verzweiflung und den Drang, die Gräber der Liebsten zu besuchen; dunkle Visionen sind häufig, wenn diese Ley-Linie angezapft wird, und wer sie nutzt, beginnt bei längeren Ritualen oder mehreren Zaubern an einem Tag oft zu weinen oder zu schluchzen.

Schildmaidslieb: Die Schildmaidslieb, angeblich die Straße, die die Walküren bevorzugen, ist eine schwierige Ley-Linie, wenn es darum geht, Macht aus ihr zu ziehen, da sie bei zu viel Sonne oder Stürmen häufig verschwindet oder überspannt. Wenn man auf ihr reisen will, muss man außerdem oft zunächst auf einem Schattenweg zu einem Gletscher oder Berggipfel marschieren und dann zur Küste zurückkehren; der Höhenunterschied stellt dabei eine Herausforderung dar, selbst wenn Begegnungen mit Thursir-Riesen, Winterwölfen oder trollblütigen Plünderern auf dem Weg selten sind.

Himmelsstrasse: Eine reine und selten bereiste Straße, die von Bergen, Flüssen und Seen auf der Quaen-Ebene sowie entlang selten gesehener Berge und Hügel führt. Ein Vogelvolk bewohnt die oberen Ausläufer und Winddrachen legen manchmal ihre Eier auf dieser Ley-Linie, um ihren Nachkommen Stärke und arkane Macht zu verleihen.

Der Prozessionsweg: Diese gut erhaltene Straße verbindet die königlichen Städte von Dornig. Sie war einst so sicher, dass Diener und Menschen durch sie geschickt werden konnten. Heute ist sie eher dem Schatten verfallen und Schattenfeen, Plünderer und sogar Untote treiben sich auf den einst sauberen Pfaden herum.

Leereweg: Unter einem Sternenhimmel voller unbekannter Sternbilder verbindet diese dunkle Straße Tabur mit Beldestan und soll auch eine Schattenreich-Festung enthalten, die von Leeresprecher-Kultisten erbaut wurde, die ihre Zeit lieber nicht im Reich der Sterblichen verbringen wollten. Ihre Verwendung ist gefährlich; einige behaupten, dass sie jenen, die ihre Macht nutzen, zuflüstert, um sie zu verführen. Sie benutzt dabei die Leeresprache, um andere zur Ebenholzfestung zu locken, die in ihren Windungen verborgen ist.

Weisse Strasse: Die Weiße Straße, die großteils von zivilisierten Ländereien entfernt ist, führt vom Magdar-Königreich durch den Weißen Wald und die Gebirgsmarschen in die Drachenreich-Länder Rumela und Marea. Sie gehört für menschliche Spione zu den besten Methoden, schnell ins Drachenreich einzudringen, weil sie sie in wenigen Tagen in die Nähe von Harkesh bringt. In der anderen Richtung könnten die Streitkräfte der Drachenkinder auf ihr Eroberungstruppen nach Illyria transportieren, ohne sich mit Grenzverteidigungen auseinandersetzen zu müssen, was sie in der Vergangenheit bereits taten.

Wyrmspirale: In ihrer Mitte stehen die Ruinen der Gruft des Ersten Khan, die eine Armee von untoten Reitern nebst ihrer Rosse enthalten soll. Ihre Macht breitet sich wie eine Spirale über die Ebenen aus, wechselhaft und anschwellend im Sommer sowie still und merklich schwächer im Winter. Nomadische Geomanten behaupten, dass es sich wie ein „starker Wind aus der Seele“ anfühle, wenn man die Macht der Spirale anzapft.

Reisezeiten auf den Schattenstraßen

Die Zeit, die nötig ist, um sich hunderte von Kilometern über die Schattenstraßen zu bewegen, ist kurz, jedoch kein Wimpernschlag, und die besser erhaltenen und geschützten, wenngleich etwas baufälligenStraßen von Dornig sind schneller als Straßen an anderen Orten.

Beispielsweise dauert es 1W3 Tage, um von einer der großen Städte in Dornig zum Hof des Flusskönigs zu kommen, und 1W3 Tage, um sich zwischen zwei Städten in Dornig zu bewegen (oder von Dornig zum Arbonesse-Wald oder zu den verschiedenen Adelshöfen der Elfen).

Außerhalb von Dornig stellt sich die Situation weniger verlässlich dar. Es dauert 1W6 Tage, um von Dornig zu einem weiter entfernten Ort zu reisen (in eine andere Domäne auf der Karte – von Dornig nach Zobeck, beispielsweise), doch sind funktionierende Tore selten und weit verstreut. Dasselbe gilt für Reisen ganz außerhalb von Dornig, beispielsweise von Nuria nach Mardas Adamant auf der Engelsstraße.

Die Reisezeit steigt auf 1W12 Tage, wenn man in die oder aus der Großen Einöde reist, da die Katastrophe der Magierkriege diese Länder dauerhaft verändert hat. Gehe von einem Minimum von 2W12 Tagen aus, um in die Südlande oder Länder östlich des Drachenreichs zu gelangen.

Tabelle 1–7: Schattenstrasse-Kunde

Lege einen Wurf auf Intelligenz (Arkane Kunde) oder Wissen (Arkane Kunde) oder (Ebenen) ab, mit einem Abzug von -5 für Nicht-Elfen, und schlage in der Tabelle unten nach.
SGErgebnis
1-5Du weißt nicht, wie die Schattenstraßen funktionieren.
6-10Schatten- oder Feenstraßen verbinden zwei Punkte durch magische Reise. Es ist oft ein Zauber oder Passwort nötig, um sie zu öffnen; Elfen, Schattenfeen und Elfengezeichnete scheinen es leichter zu haben als alle anderen.
11-15Der Anfang und das Ende einer Schattenstraße liegen im Vorfeld fest und die Türen zu ihnen sind niemals lange offen.
16-20Das Ziel einer Schattenstraße kann verändert werden, aber nur von Feenwesen. Ansonsten erfordern neue Ziele obskure Anrufungen oder arkanes Herumwerkeln.
21+Einige Schattenstraßen sind bewacht und andere führen nur in eine Richtung.

Im Schattenreich kreuzen sich die Straßen wieder und wieder. Ein fähiger Magier oder erfahrener Schattenfürst könnte sich von Ort zu Ort bewegen, innerhalb einer Ebene sowie zwischen den Ebenen, wenn er die richtigen Wege kennt.

Um auf einer Feenstraße zwischen Örtlichkeiten zu reisen, muss man den Weg kennen. Für die meisten ist ein Führer nötig, um die Reise zwischen Toren sicher zu bewältigen, doch sobald jemand den Weg einmal geschafft hat, kann er der Straße später folgen und andere mitnehmen. Bestimmte Formen von Feenmagie (wie der Zauber Schattenstraße oder ein magischer Gegenstand wie ein Schlüssel von Veles) erlauben Bewegung zwischen den Toren oder ermöglichen es, die Eingänge und Ausgänge einer Straße zu verschieben. Außerdem erfordern manche Tore bestimmte Zauber, um sie zu bedienen, oder sie sind an magische Bedingungen verknüpft, zum Beispiel, dass sie nur bei Vollmond funktionieren. Grundsätzlich dauert es ein bis drei Tage, um sich unter normalen Bedingungen zwischen Toren zu bewegen. Aber dies sind keine normalen Zeiten.

Ausssichten und Begegnungen auf Schattenstraßen

Wer für ein Abenteuer auf einer Schattenstraße reisen will, findet ein verwildertes Chaos aus Heckenlabyrinthen, verschlungenen Tunneln, Höhlen und Senken – jede Straße hat einen eigenen Charakter, doch alle sind berüchtigt dafür, dass es ihnen an weiten Ausblicken und geraden Pfaden mangelt. Reisende können den Pfad verlassen und frei umherwandern, doch wenn sie dann versuchen, nach Hause zu kommen, brauchen sie 1W3 Tage, um ihren Weg zu finden. Viele sind niemals zurückgekehrt, denn wer vom Pfad abkommt, gibt jeden Schutz durch den Hof oder die Imperatrix auf und opfert sogar die Sicherheit durch Bannsteine oder Wegweiser, die andere errichtet haben. Schattenkreaturen, Unholde und Himmlische nutzen alle diese Straßen zu eigenen Zwecken und mögen keine Konkurrenten. Regeltechnisch sind die Schattenstraßen voll von gefährlichen Begegnungen. Mächtigere Abenteurer locken mächtigere Kreaturen an. Feenwesen und Untote sind weit verbreitet, so wie Hunde der Nacht, Marodeursriesen und verschiedene andere Schattenbestien. Außerdem bewachen die Schattenfeen einige Straßen mit ihren schwarzen Steinfesten, von denen aus sie ihre Schergen gegen die Arglosen entsenden – oder zumindest einen Wegzoll in der Form von Gedächtnistränken (siehe Regelanhang), Schriftrollen oder Silber fordern.

Wer auf diesen arkanen Straßen reist, tut dies auf eigene Gefahr.